Das Mindset eines Champions: Mentale Aspekte des Trainings-Lifestyles

08.06.2014
Trainieren kann jeder. Richtig trainieren können aber die wenigsten. Wenn wir nicht gerade Neujahr haben und die Studios aus allen Nähten platzen, weil die Menschen voller Tatendrang und guten Vorsätzen (und vielleicht noch berauscht von den alkoholischen Getränken am Neujahrsmorgen) ihre Studiomitgliedschaft abschließen, herrscht in den meisten Gyms noch immer ein reges Treiben. Fit sein und gut aussehen will jeder „und gesundheitliche Vorteile soll das Training ja auch bringen,“haben die meisten gehört, „vorausgesetzt man übertreibt es nicht.“
Practice makes perfect
Leider denken noch immer die meisten Menschen, dass die Quantität gegenüber der Qualität des Trainings die Nase vorne hat. Es wird nicht nur chaotisch (und nach Gutdünken) trainiert, sondern oftmals auch viel zu lang. Schwere Grundübungen und ein überschaubares Maß an Bewegungen sind den meisten nicht genug. Warum auch, immerhin machen 90 % des Klientels genau dasselbe. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man sich als Trainingsanfänger von vermeintlich gut ausgebildeten Trainern, Freunden und Studiokollegen bequatschen lässt – in den Ohren des Laien hört sich auch vieles plausibel an. Wenn man also sieht, dass Person A nach Schema F trainiert und rein von optischen Gesichtspunkten so aussieht, wie man es sich selbst vorstellt, dann kommt manch schnell in die Versuchung es einfach genauso zu machen. Was viele allerdings nicht wissen, ist dass die meisten Personen, die auch wirklich nach Training aussehen in den meisten Fällen nicht von heute auf morgen durchgestartet sind. In einem anderen Artikel habe ich bereits erläutert, dass Trainingsintensität (und damit Qualität) keine Sache ist, die man zwischen Frühstück und Mittagspause erlernt. Dazu bedarf es nicht nur jahrelangem Training, sondern auch die Gabe Fehlschläge stoisch hinzunehmen, sich den Dreck aus den Klamotten zu klopfen und neu anzusetzen, wenn sich bestimmte Praktiken und Methoden als ungenügend herausgestellt haben. Vieles, was wir heute über Kraftsport, Muskelaufbau und Bodybuilding wissen, basiert auf empirischer Erfahrung. Die meisten Konzepte erfahren erst seit wenigen Jahren Rückenwind von der Wissenschaft und das haben wir maßgeblich der Tatsache zu verdanken, dass Pioniere wie Arnold Schwarzenegger das Bodybuilding salonfähig gemacht haben. Bis zu diesem Zeitpunkt basierte eigentlich alles auf weitergegebenem Wissen – manch einer nennt es heute auch „Bro-Science.“ Egal wie man es nun bezeichnen möchte: Ihr kommt nicht drum herum eure eigenen Erfahrungen im Training zu machen. Das Trial-and-Error gehört einfach dazu, weil es viele Wege gibt, die bei unterschiedlichen Menschen und Körpertypen funktionieren (und andere eben weniger).Mentale Aspekte des Trainings
Die Fähigkeit sich zu disziplinieren, zu konzentrieren und alles zu geben ist insbesondere beim Sport am Limit von unersetzlichem Wert. Auch diese Skills werden im Verlauf der stetig steigenden Trainingserfahrung kontinuierlich verbessert. Tatsächlich führt sogar kein Weg daran vorbei, denn Disziplin und Fokus bilden das Fundament für den Erfolg – und das gilt insbesondere im Bereich des Muskelaufbaus. Wer es nicht lernt, der wird aufgrund der ausbleibenden Erfolge entweder das Handtuch werfen oder ewig gleich aussehen (trotz regelmäßigem Trainings). Entweder springt der Funke über und ihr schafft den Einstieg in das leidenschaftliche Training oder ihr bleibt beim lieblosen Durchexerzieren der Übungen – Jahr um Jahr und mit einem ewig gleichen Body. Wenn ihr also feststellt, dass es euch nach einer durchzechten, vom Alkohol geschwängerten, Nacht auf der Partymeile ärgert, weil ihr eurer Training habt ausfallen lassen oder weil ihr die Gewichte notgedrungen zurückschrauben musstet, dann werdet ihr realisieren, dass ihr euch für einen Weg entscheiden müsst. Die meisten Trainierenden, die inbrünstig am Eisen trainiern und sich weiterentwickeln wollen, werden daher auf kurz oder lang entsprechende Maßnahmen ergreifen, um das Optimum aus ihrem Training herauszuholen. Hierfür ist das richtige Mindset unabdingbar. Für negative Emotionen und Versagensängste ist beim Kraftsport kein Platz:„It has been said that if you believe you can do something, you can. Likewise, if you believe you cannot do something, you will not be able to. No matter what you believe, negative or positive, it will become a self-fulfilling prophecy and control your future behaviour. As a bodybuilder, if you believe that you will never be able to increase the size of your arms or decrease your body fat, you are probably right.” – Blair WhitmarshEs wird immer Momente geben, an denen andere und sogar ihr selbst am Zweifeln sein werdet. Ist es das wirklich wert? Macht es Sinn sich so zu ernähren, während alle anderen dem Lust-und-Laune-Prinzip folgen? Warum nicht einfach in den Tag hineinleben und sich vom Meer der Gesellschaft leiten lassen? Diese Fragen (und noch einige mehr) könnt nur ihr für euch beantworten. Am Ende solltet ihr aber eines nicht vergessen: Was ist die Alternative?

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