Die 4 Fundamente des Muskelaufbaus

19.06.2014
Man begebe sich in eine Fußgängerzone seiner Wahl und interviewe die dortigen Passanten darüber, wie man am besten fit und muskulös werden kann. In 98 % aller Fälle wird man folgende Antworten erhalten:
- Aussage 1: Kündige deinen Job und schlag dein Zelt im Fitnessstudio auf, denn wenn du ernsthaft vorhast Muskelmasse aufzubauen, musst du quasi 24/7 trainieren.
- Aussage 2: Gehe für 3-4x die Woche ins Studio und trainiere ein wenig an den Geräten und Hanteln und dann ergibt sich über kurz oder lang die entsprechende Optik.
Fundament No. 1: Eine vernünftige Ernährung
Über den Einfluss der Ernährung in der Gesamtkonzeption streiten sich die Experten und ein Konsens ist noch lange nicht zu erwarten. Unabhängig davon, welche Prozentzahlen ihr nun dem Training und Ernährung zuweisen möchtet, sollte euch klar sein, dass es sich hier eher um eine Licht-Schatten-Beziehung (Yin-Yang, Feuer-Wasser, Gut-Böse) handelt: Ohne das eine kann es das andere nicht geben. Fakt: Ihr könnt noch so viel trainieren wie ihr wollt – wenn ihr euch nicht entsprechend ernährt, dann werden die Erfolge bestenfalls suboptimal ausfallen. Entweder werdet ihr keine Muskeln aufbauen, weil die Energiezufuhr zu gering ausfällt oder ihr werdet verfetten und/oder Probleme beim Erbringen der entsprechenden Trainingsleistung haben, wenn ihr euch nur von Müll ernährt. Zwar lässt sich auch mit einer (ausreichenden) schlechten Ernährung aufbauen, aber in den meisten Fällen tut ihr euch optisch damit keinen Gefallen, wenn ihr ohne Sinn und Verstand esst. Dabei kommt es nicht nur auf die Makronährstoffe an, sondern auch auf die Mikronährstoffe eurer Nahrung. Es gilt das Motto: “You just cannot out train bad eating habits.“ Auf der anderen Seite wird euch eine ausgeklügelte Ernährung ohne forderndes Training zwar gesünder und vermutlich auch zufriedener machen, aber der menschliche Körper ist minimalistisch ausgelegt. Je geringer der Druck seiner Umwelt, umso lockerer lässt er die Zügel schleifen. In Sachen Sparsamkeit kann dem Körper niemand etwas vormachen: Es wird nichts verschwendet und es wird auch nichts angeschafft, was nicht benötigt wird. Wer nicht trainiert und seinen Körper nicht permanent an die persönliche Leistungsgrenze bringt, der kann auch nicht erwarten, dass sein Körper wie eine solche Maschine aussieht (und sich auch so „fahren“ lässt). Dabei sollte die leistungsorientierte Ernährung so natürlich wie möglich sein. Die beste Leitlinie, die mir in der Beziehung untergekommen ist, lässt sich wie folg ausdrücken: Wenn eure Großeltern es nicht kannten und nicht selbst herstellen konnten, dann solltet ihr die Finger davon lassen (oder den Konsum stark limitieren). Gleiches gilt, wenn ihr zum Entziffern der Zutatenliste ein Handbuch für organische Chemie benötigt. Nahrungsmittelhersteller wissen um das gestiegene Ernährungsbewusstsein der Bevölkerung – aus diesem Grund haben sie gleich dutzende Bezeichnungen für ihre Zutaten (Zucker im Speziellen) „entwickelt,“ damit der Verbraucher nicht gleich auf den ersten Blick sieht, was der Hersteller dort reingepanscht hat. Der Körper eines geforderten Athleten benötigt alle Makronährstoffe in gewissen Proportionen. Kohlenhydrate als Energiereserven und Mediator des Aufbauhormons Insulin, Fette zur Hormonsynthese, Vitaminaufnahme und Integrität der Zelle und vor allem auch Protein, den Baustoff aus dem die Muskulatur besteht (und nebenbei bemerkt auch viele Hormone, z.B. Insulin). Natürlich möchte jeder am liebsten klare Vorgaben und (noch besser) eine Liste mit Lebensmitteln, an die er sich halten soll. Wenn ihr die obigen zwei Empfehlungen (Natürlichkeit & Zutatenliste) beherzigt, dann stellt ihr allerdings relativ zügig fest, dass die Auswahl gar nicht mehr so schwierig sein sollte. Vermeiden solltet ihr die 10 Fehler der Kraftsporternährung und 7 Todsünden einer Diät. Einhalten solltet ihr dagegen die 5 Gebote des Muskelaufbaus und die 3 Grundregeln einer Aufbauernährung. Echte Ernährungsrichtlinien, die von nahezu jedem informierten Experten der Ernährung unterschrieben werden können, gibt es nur wenige. Daher wird euch auch jeder etwas anderes über „gesunde Ernährung“ erzählen wollen. Eure Hausaufgabe besteht darin, dass entsprechende Wissen anzulesen, damit euch niemand für dumm verkaufen kann.Fundament No. 2: Schweres Training („Kraftsport“)
Ich habe es bereits gesagt und ich sage es gerne noch einmal: In der Gesamtgleichung hat nicht nur die Ernährung ihren festen Stellplatz, wenn es um die Erschaffung eines Götterkörpers geht, sondern auch die Leibesertüchtigung. Es ist okay wenn ihr langsam einsteigt, um euren Körper erst einmal kennenzulernen. Denkt allerdings daran, dass für eine körperliche Veränderung die entsprechenden Reize zur Adaption notwendig sind – euer Körper braucht einen triftigen Grund, damit ihr ihn dazu überreden könnt dieses eine Gramm an Muskulatur draufzupacken. So, wie ein Stück Kohle einem immensen Druck ausgesetzt werden muss, damit es zu einem Diamanten wird, so muss auch euer Körper den Druck (der Selektion) zu spüren bekommen. Wir habe zwar den Luxus, dass wir heutzutage nicht mehr von wilden Bestien und anderen Gefahren davonlaufen (oder gegen sie kämpfen) müssen, aber gleichzeitig sorgt dieser sinkende körperliche Leistungsdruck dafür, dass unsere Körper immer schwächlicher und unförmiger werden. Aus diesem Grund ist es erforderlich eine harte Umwelt zu simulieren, die der Körper als entsprechendes Signal zum Aufbau von Muskulatur interpretiert. Das Schlüsselwort ist hierbei „Intensität“ bzw. intensives Training. Ihr fragt euch jetzt sicher welcher Plan die besten Ergebnisse liefert. Wie immer gibt es darauf keine einzige Antwort, denn es hängt von eurer individuellen Zielsetzung und eurem aktuellen Status (sowie euren Präferenzen) ab. Das Gute daran ist: Die meisten System, die sich in all den Jahren etabliert haben, funktionieren – sofern die Regeln befolgt werden und ihr eine gewisse Konsistenz und Beharrlichkeit an den Tag legt. Körperliche Veränderungen bleiben dann aus, wenn ihr bei bestimmten Parametern ein Plateau erreicht habt. Diese Plateaus können in einem dieser Felder begründet liegen:- - Konsistenz
- - Intensität
- - Ernährung
- - Variation
- - Ruhe

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