Die Wahrheit über Transfette und ihre schädliche Wirkung

06.03.2014
Noch vor wenigen Jahren kümmerten sich nur die wenigsten Menschen um den Transfettgehalt in Lebensmitteln. Zwar besaßen Fette schon seit einigen Jahrzehnten einen zwielichtigen Ruf, doch so ganz darauf verzichten konnten nur die wenigsten Menschen. In der Hinsicht wird gerne eine Doppelmoral gepredigt, wenn man sich bei McDonalds und Konsorten die pappigen Fritten, Burger und Kohlenhydra-Fett-Bomben diverser Coleur reinballert. Gesund leben, sich natürlich ernähren: Das fällt tatsächlich vielen Menschen schwer - jedenfalls dann, wenn es um die lange Frist geht. (Salat zum Mittag und Burger King am Abend zähle ich nicht zur gesunden Maßhaltung)
Doch wie schädlich die Industrienahrung tatsächlich ist, lässt sich sehr elegant anhand einer vom Menschen geschaffenen Substanz darstellen, die heutzutage kaum noch aus unseren Nahrungsmitteln wegzudenken ist: den Transfetten.
Sie sind fast überall enthalten, meist sehr gut versteckt und vor allem eines: Tödlich.
Transfette: Was ist das?
Man unterscheidet Fette grob gesprochen in 3 verschiedene Sorten, die jedoch allesamt natürlichen Ursprungs sind bzw. so auch in der Natur in größeren Mengen vorkommen:- - gesättigte Fettsäuren (z.B. in Fleisch, Eiern und Butter enthalten)
- - einfach ungesättigte Fettsäuren (z.B. in pflanzlichen Ölen, wie Olivenöl enthalten)
- - mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z.B. als Omega 3 in Fisch und z.T. in grasgefütterten Weidefleisch und Milchprodukten enthalten [1])
Wie entstehen Transfette? Wo findet man sie?
Leider haben ungesättigte Fettsäuren die Eigenschaft, dass sie relativ kurzfristig haltbar sind. Pflanzliche Öle, welche eine große Menge dieser ungesättigten Fette enthalten, eignen sich nicht zum Braten, da sie hitzeinstabil sind und einen niedrigen Rauchpunkt besitzen (und weil sie schnell ranzig werden). Brät man z.B. Omega-3 und Omega6-reiches Öl an, dann findet in ihnen eine strukturelle Veränderung statt, bei der sogenannte Transfettsäuren entstehen im Zuge des Oxidationsvorgangs. Transfette sind dagegen stabiler, länger haltbar und werden nicht so schnell ranzig, wie ihre ungesättigten Brüder – Zur Freude von BigFood. Dies hat natürlich auch die Lebensmittelindustrie kapiert, was zu der Praktik geführt hat, dass derartige Fettsäuren, die nur kurz haltbar sind (und damit die Konservierungsdauer eines Produkts beeinflussen) durch einen Prozess namens Hydrogenierungkünstlich gehärtet werden (genauer gesagt: Sie werden in einem energieaufwändigen Prozess mit einem Wasserstoffatom gesättigt – ob sie wollen oder nicht. Daher spricht man auch von „Wasserstoffpassivierung“)). Das Ergebnis sind Transfettsäuren industrieller Herstellung, die breitflächig zur Haltbarmachung von Industrienahrung verwendet wurden.Kurzer Exkurs: CLA („konjugierte Linolsäure“)
Es heißt zwar, dass Transfettsäuren von Menschenhand geschaffen sind und in der Natur gar nicht vorkommen, doch dies entspricht nicht der Wahrheit. Das Fleisch und die Milch grasgefütterter Weidetiere enthält in geringen Mengen eine natürliche Transfettsäure, die als konjugierte Linolsäure in nennenswerter Menge vorkommt. [1] Dieser Typ von Transfett scheint aber anders zu wirken (und mit bestimmten gesundheitlichen Vorteilen gesegnet zu sein) als der von Menschenhand geschaffene Bruder aus der Retorte). [38] CLA ist eben natürlichen Ursprungs.Transfett: Schlecht für die Gesundheit
Seit Jahrzehnten versucht man dem Makronährstoff Fett durch Verleumdung und schweren Rufmord eine schädliche Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und im Hinblick auf die steigende Fettleibigkeit der Bürger zu belegen. (Ich verweise wiederum auf meinen Artikel: „6 Ernährungsrichtlinien über die man nicht streiten kann“ und hier explizit Regel #6) Nach etlicher Forschungsbemühung stellte sich schließlich heraus, dass nicht die gesättigten (natürlichen) Fette aus Fleisch, Ei und Milch die Wurzeln allen Übels sind, die unsere Arterien verstopfen und unser Herz schädigen, sondern die Transfette, die mittlerweile von der Großindustrie in nahezu jedes erdenkliche Lebensmittel gepumpt wurden, um eine möglichst hohe Haltbarkeitder Produkte zu erzielen. Was viele Menschen nicht kapieren: Es ist nichts natürliches mehr daran, wenn ein beliebiges Lebensmittel mehrere Jahre hält und ggf. sogar noch im Regel steht, wenn ein atomarer Fallout unsere schöne Zivilisation längst ausgelöscht hat. Die dann noch übrig gebliebenen Mutanten werden sich allerdings über die eingeschweißte Milleniumsware sicherlich freuen. (Eine Mikrowelle werden sie dann sicher nicht brauchen, immerhin wird es dann mehr als genug Strahlung geben!) Oder anders formuliert: Es zeugt schon von gesundem Menschenverstand, wenn man davon ausgeht, dass derartige Lebensmittel nur sehr schwer mit einem gesunden Lifestyle vereinbar sind. (Bleibt also nur zu hoffen, dass nachfolgende Generationen aus unseren Fehlern lernen werden. Was wir heute noch als erstrebenswerte Innovation betrachten, wird sich vielleicht in naher Zukunft als Sackgasse einer artgerechten Menschenernährung erweisen.) Um euch einen kleinen „Vorgeschmack“ auf die Wirkungsweise von Transfetten zu geben. Transfette...- …schädigen das Herz-Kreislauf-System [32][33]
- …fördern Demenzerkrankungen (Alzheimer, Parkinson) [31][35]
- …verursachen Krebs und Diabetes [24][25][26][28]
- …machen fett [27][28]
- …sorgen für Funktionsstörungen im Metabolismus (z.B. Lebefunktion) [30]
- …und machen uns unfruchtbar [29]
- …begünstigen Depressionen [36]
- …erhöhen das Aggressionspotenzial und nehmen so Einfluss auf das Verhalten [37]
Praktische Umsetzung & Lösungsansatz
Glücklicherweise herrschen in Europa (und speziell in Deutschland) keine amerikanischen Verhältnisse. Der Aufschrei in der Bevölkerung ist an den Nahrungsmittelherstellern und Produzenten nicht spurlos vorbei gegangen. Zahlreiche Länder, darunter Dänemark, brachten Reformen auf den Weg, die den Transfettgehalt in Lebensmitteln auf weniger als 2 % vorschreiben. In Deutschland müssen derartige Fette vom Hersteller als „gehärtet“ ausgewiesen werden – eine explizite Kennzeichnung – z.B. „Transfettgehalt“ – gibt es (noch) nicht! (Stattdessen begnügt man sich mit „Leitlinien“ [34]) Das heißt im Endeffekt jedoch nichts anderes, als das es auf uns selbst – die Endverbraucher – ankommt, ob wir transfetthaltige Lebensmittel auf dem Speiseplan akzeptieren oder Hersteller derartige Produkte durch ausbleibende Nachfrage an ihren Produkten abstrafen. Einige konkrete Tipps- Lest die Lebensmitteletiketten der Produkte, die ihr kauft. Je länger ein Produkt haltbar ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Transfette enthält (gilt insbesondere für fetthaltige Lebensmittel). Sucht nach den Wörtchen „gehärtet“ oder „teilweise gehärtet.“
- Frische Ware ist Trumpf! Besonders frische Lebensmittel besitzen nicht einmal ein Etikett, weil darin nichts anderes vorhanden ist, als das Reinprodukt (z.B. Fleisch von der Theke, Gemüse usw.)
- Meidet frittierte Lebensmittel, etwa Pommes Frites oder Chicken McNuggets (hier entstehen bei der Erhitzung Transfette) und seid vorsichtig bei Süßkram. Hier herrscht Transfettalarm!
- Bratet euer Essen niemals mit Omega-3-reichen Ölen an (etwa Wal/-Erdnussöl) sondern benutzt dafür Kokosfett und/oder Butter. (gilt das gleiche wie beim Frittieren: Es entstehen Transfette)
- Streicht Margarine vom Ernährungsplan und greift zur guten alten Butter. (siehe auch [1]!) Das Zeug besteht zum größten Teil aus gehärtetem Pflanzenfett.

Kommentare (1)
Phil
March 7, 2014 10:23Hallo Damian, du schreibst in deinem Artikel Folgendes: "Bratet euer Essen niemals mit Omega-3-reichen Ölen an (etwa Wal/-Erdnussöl) sondern benutzt dafür Kokosfett und/oder Butter. (gilt das gleiche wie beim Frittieren: Es entstehen Transfette)" Ich war doch etwas verwundert über diese Aussage, da ich täglich Erdnuss- und Rapsöl (jeweils nativ und hoher Omega-3-Gehalt) zum Braten von Schweine- / Geflügelfleisch verwende. Lediglich für Rindfleisch brate ich mit Kokosfett aufgrund der erforderlichen hohen Temperaturen. Ich habe jetzt noch einmal nachgelesen, z.B. bei "eat smarter". Dort weist das Erdnussöl einen Rauchpunkt von 230°C und Raps- / Olivenöl von 160°C auf. Weitere Werte: Palmöl 220 Palmkernfett 220 Sonnenblumenöl 220 Kokosöl 200 Butterschmalz 200 Traubenkernöl 190 Butter 175 Margarine 170 Butter hat also einen erheblich niedrigeren Rauchpunkt als Erdnussöl, oder sind die Angaben schlicht falsch? Grüße