Eiweißquellen nach der biologischen Wertigkeit auswählen!

25.08.2013
Wer würde mir widersprechen wenn ich schreibe, dass Protein den für Sportler wichtigsten Makronährstoff darstellt. Protein dient dem Aufbau von Gewebsstrukturen und ist unabdingbar an einem dynamischen Gleichgewicht zwischen Proteinaufbau und Proteinabbau (Protein-Turnover) beteiligt. Protein ist in Geweben keine feststehende Größe. Die Halbwertszeit von Muskeleiweiß beträgt beispielsweise 50-60 Tage was soviel bedeutet wie, dass alles Muskeleiweiß nach dieser Zeit zur Hälfte bereits abgebaut und durch neues Muskeleiweiß ersetzt ist. Beim Herzmuskel beträgt diese Halbwertszeit gerade mal 11 Tage, also sind nach nur 11 Tagen 50% der Herzmuskulatur erneuert!
Diese Tatsache macht eine regelmäßige Aufnahme von Protein unabdingbar. Wichtig ist es aber ebenfalls, sich bei der Vielzahl an verfügbaren Proteinquellen der enormen Qualitätsunterschiede bewusst zu sein. Qualitätsunterschiede bei Eiweiß werden über die biologische Wertigkeit angegeben. Was es damit aus sich hat erfahrt ihr jetzt.
Es zeigt sich, dass mit Ausnahme von Soja ausschließlich tierische Lebensmittel die oberen Ränge belegen. Einzige mir noch bekannte Ausnahme ist das sog. Lupinenprotein welches oft für Low-Carb-Brot-Backmischungen verwendet wird. Seine biologische Wertigkeit ist ebenfalls mit der von tierischen Proteinquellen zu vergleichen. Das oftmals in der Kritik stehende Milchprotein bzw. seine Komponente Molkenprotein belegt in Sachen biologische Wertigkeit den ersten Rang noch vor Fleisch, Fisch und Eiern.
FazitMit Ausnahme von Soja und Lupineneiweiß kann man bei tierischen Eiweißträgern immer von einer besseren biologischen Wertigkeit im Vergleich zu pflanzlichen Eiweißquellen ausgehen
Was ist die biologische Wertigkeit
Um die biologische Wertigkeit zu erklären gilt es zu wissen, dass ein Unterschied zwischen Nahrungseiweiß und körpereigenem Eiweiß besteht der sich hauptsächlich auf den Aufbau, sprich in der Anordnung und die Zusammensetzung der Aminosäuren bezieht. Aminosäuren sind die kleinsten Bestandteile der Proteine. Je mehr ein Nahrungseiweiß dem Eiweißaufbau unseres Körpers gleicht, desto besser kann es vom Körper als Solches verwertet werden und genau das ist die sog. BIOLOGISCHE WERTIGKEIT. FazitDie biologische Wertigkeit lässt eine Aussage zu, wie viel körpereigenes Eiweiß aus Nahrungseiweiß gebildet werden kannEssentielle Aminosäuren als wichtiger Marker
Eine große Bedeutung kommt in Sachen biologische Wertigkeit den sog. essentiellen Aminosäuren zu. Phenylalanin, Leucin, Methionin, Lysin, Isoleucin, Valin, Threonin, Tryptophan, Histidin und Cystin können von unserem Körper selbst nicht oder nicht in ausreichender Menge hergestellt werden das heißt, wir sind auf die Zufuhr von außen angewiesen. Es liegt also nahe, dass die biologische Wertigkeit auch etwas damit zu tun hat, wie hoch der Anteil an essentiellen Aminosäuren in einem Nahrungsprotein ausfällt. FazitBesonders der Anteil essentieller Aminosäuren spielt eine große Rolle für die biologische WertigkeitWeitere Einflussgrößen
Neben der Bilanz an essentiellen Aminosäuren bestehen auch Unterschiede in Sachen Aminosäureverfügbarkeit und Verdaulichkeit. Hier muss man vielen (nicht allen) pflanzlichen Proteinquellen einen leichten Nachteil nachsagen, da die Verdaulichkeit eines bestimmten Anteils am enthaltenen Protein eingeschränkt ist. Schuld daran sind zellulosehaltige Zellwände die einen Teil des Eiweißanteils einschließen und für Protein spaltende Enzyme des Verdauungstraktes nur sehr schwer zugänglich machen. Die Netto-Menge verfügbaren Proteins reduziert sich auf diese Weise FazitTeilweise hat unser Körper Schwierigkeiten damit, pflanzliches Protein aus dem jeweiligen Lebensmitteln heraus zu spaltenWelches Lebensmittel hat welche biologische Wertigkeit?
Anbei eine Darstellung mit einigen wichtigen Proteinträgern und deren Bewertung nach der biologischen Wertigkeit.
Es zeigt sich, dass mit Ausnahme von Soja ausschließlich tierische Lebensmittel die oberen Ränge belegen. Einzige mir noch bekannte Ausnahme ist das sog. Lupinenprotein welches oft für Low-Carb-Brot-Backmischungen verwendet wird. Seine biologische Wertigkeit ist ebenfalls mit der von tierischen Proteinquellen zu vergleichen. Das oftmals in der Kritik stehende Milchprotein bzw. seine Komponente Molkenprotein belegt in Sachen biologische Wertigkeit den ersten Rang noch vor Fleisch, Fisch und Eiern.
FazitMit Ausnahme von Soja und Lupineneiweiß kann man bei tierischen Eiweißträgern immer von einer besseren biologischen Wertigkeit im Vergleich zu pflanzlichen Eiweißquellen ausgehen
Kommentare (0)