Experiment „VEGAN“ - Ein Erfahrungsbericht!

11.04.2014
„Wissen ist Macht – der wichtigste aller Werte ist dennoch der Erfahrungswert“
Wer mich und meine Arbeit kennt, hat diesen Satz möglicherweise schon einmal gelesen. Während es dem reinen Praktiker oftmals am nötigen Hintergrundwissen fehlt um das Maximum aus seinen sportlichen Bemühungen zu schöpfen, sind es die reinen Theoretiker mit all ihren Studien und Untersuchungen die es oftmals nicht schaffen den Bezug zur Wirklichkeit herzustellen, da es Ihnen an eigenen Erfahrungen mangelt.
Vegetarische Ernährung und insbesondere der mit extremste Ansatz die sog. VEGANE Ernährung werden in der Szene immer wieder breit diskutiert. Es existiert eine absolute Minderheit an mehr oder weniger erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler die eigenen Angaben zur Folge auf eine vegane Ernährung schwören. Fest steht jedoch, dass dieser Ansatz der Ernährung eine Art von Einseitigkeit mit sich bringt. Einseitigkeit steht immer für das Entstehen bestimmter Defizite und somit für eine Situation die sich über kurz oder lang leistungsmindernd oder gar gesundheitsgefährdend auswirken kann.
Gott sei Dank gibt es Leute wie die IFBB Austria Athletin Katharina R. aus Wien die sich im Dienste der Wissenschaft selbst mit bestimmten Situationen wie einer veganen Ernährung konfrontieren, das ganze dokumentieren, letztlich bewerten und, ganz wichtig, eigene Erfahrungen sammeln die Sie bereit sind mit der Szene zu teilen.
Auszüge aus Katharinas Experiment VEGAN gibt es heute.
Das Projekt beginnt
Experiment VEGAN war eigentlich als Langzeitexperiment geplant. Wie ihr noch sehen werdet, gibt es einen Grund dafür, dass letztlich nach 10 Wochen rohveganer (100% Rohkost) Ernährung bereits wieder Schluss war. Was als Langzeitexperiment geplant war endete schon nach 10 WochenMakro- und Mikronährstoffversorgung
Die Ernährung umfasste einen kalorischen Wert von 1800-2000kcal/Tag bei einer Aufteilung der Nährstoffe von- 70% KH
- 20% Protein
- 10% Fett
- Vitamin B12
- Vitamin B3
- Vitamin D3
- Vitamin E
- Calcium*
- Selen
- Eisen **
- Natrium
- Zink
- Reisprotein (4xtägl)
- Calcium
- Selen
- Vitamin D3
- Vitamin B-Komplex
- einen Calciumwerte am unteren Referenzlimit
- sehr niedrige Blutglucosewerte (trotz jeder Menge Kohlenhydrate)
- niedrige Werte bei Cholesterin und Triglyceriden
- keine Anzeichen auf immunologische Reaktionen
- Normwerte bei Verdauungsenzymen
- Normwerte bei Leberenzymen
Resümee
Es ist davon auszugehen, dass eine rein vegane Ernährung ohne die gleichzeitige Verwendung von Nahrungsergänzungen binnen kurzer Zeit deutliche Mangelerscheinungen im Bereich der Mikronährstoffe hervorrufen wird. Nahrungsergänzungen haben nachweislich für Ausgleich gesorgt! Die fettarme, cholesterinfreie Ernährung könnte möglicherweise auf Dauer Einschnitte in der ausreichenden Bildung von Lipoproteinen und Steroidhormonen bedeuten, zu denen mitunter Glucocorticoide, Androgene und Estrogene zählen, auch wenn hier nach 10 Wochen noch kein eindeutiger Trend zu erkennen war. Katharinas Aussage zur Folge war die Proteinaufnahme durch die Verwendung von Reisprotein schon künstlich aufgepeppt, mit 1,4g pro Kilogramm Körpergewicht stellt dies bei der zeitgleich hoher Trainingsfrequenz immer noch eine Unterversorgung dar, die sich letztlich indirekt auch über den niedrigen Harnstoffwert weit unterhalb der Referenz zeigte. Subjektiv bemerkte Katharina einen hohen Energielevel, reine Haut und einen außergewöhnlich guten Schlaf. Das abschließende Statement lautet- Vegane Ernährung ohne sportliche Aktivität mit ausgleichender Supplementierung kann zumindest in Sachen Gesundheit möglicherweise eine Alternative darstellen.
- Sportler und insbesondere Leistungssportler werden auf Dauer Probleme mit der veganen Ernährung bekommen. Für Sie stehen bessere Ernährungsvarianten zur Verfügung

Kommentare (2)
Kathy
April 11, 2014 22:29Ihr habt ja auch gleich die krasseste Variante veganer Ernährung gewählt. Obgleich gibt es Extremleistungssportler wie Brendan Brazier, der sein Leistungspensum sehr gut mit veganer Ernährung hält und ein angesehener Triathlon Athlet ist. Man muss zustimmend sagen, dass man als Veganer noch genauer auf seine Ernährung achten sollte und so gewährleisten muss, sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. Das ist wahrlich nicht immer leicht. Jedoch kann ich auch aus Erfahrung sagen, dass nicht jeder, der sich vegan ernährt, gleichzeitig unterversorgt ist. Im gleichen Sinne heißt es auch, dass jeder Omni nicht automatisch alle Nährstoffe und Vitamine zu sich nimmt, er kann sich genauso einseitig ernähren ;-) Vielleicht googlet man mal Frank Medrano, Patrik Baboumian. :-)
Unbekannt
April 12, 2014 15:28Karl Ess, Frank Medrano, Scott Jurek... Wie viele Veganer es mangelernährt trotzdem aufs Treppchen schaffen, schon erstaunlich... Was die bloß erst zu leisten im Stande wären mit Fleisch und Co...?