Grundübungen: Warum sie in keinem Trainingsplan fehlen dürfen

03.09.2013
Wer kennt sie nicht: Die drei grossen Übungen in unserem Sport: Bankdrücken, Kniebeugen und Kreuzheben, oder wie wir immer so schön auf Englisch sagen: Bench Press, Squats und Deadlift.
Vergessen wir aber auch nicht Klimmzüge oder als Alternative den Lat-Zug. Sie gehören genauso zu einem vollständigen Training mit dazu.
Es sind DIE Übungen, über die am meisten geschrieben, geredet und philosophiert wird.
Unterschiedlichste Varianten gibt es davon. Nicht jeder mag sie oder zumindest nicht jeder mag alle davon.
Bankdrücken ist wohl bei vielen Jungs die Lieblingsübung, schliesslich ist sie jene Übung, die uns eine grosse und starke Brustmuskulatur verleiht. Viele Frauen lieben oder aber auch hassen Kniebeugen, aber was tut man nicht alles für einen knackigen Po?
Schauen wir uns die Gründe für ihre Daseinsberechtigung in jedem Trainingsplan mal genauer an:

Muskeln nicht isoliert, sondern als Muskelkette betrachtet
Es handelt sich bei allen Übungen um sogenannte Mehrgelenks-Übungen. Es sind also immer mindestens zwei Gelenke in die Übung involviert. Es handelt sich um technisch schwierigere Übungen, da auch die Komponente Koordination eine Rolle spielt. Das Wichtigste ist aber, dass es sich bei allen Übungen um sogenannte natürliche Bewegungen handelt. Alle diese Bewegungen bilden sich aus dem Alltag ab. Beim Kreuzheben, wenn wir was vom Boden aufheben. Beim Bankdrücken, wenn wir eine Türe schliessen. Bei Kniebeugen, wenn wir uns vom Stuhl erheben. Es sind immer mehrere Muskeln, ja eigentlich sogar der ganze Körper in die Bewegung involviert. Die Rumpfmuskulatur kann so seiner natürliche Aufgabe, der Stabilisierung des Körpers gerecht werden und diese Funktion verbessern. Früher und vielmals auch noch heute betrachtet man die Muskulatur isoliert, anstatt die Muskulatur als Verbund anzusehen, als Muskelkette. Natürlich haben isolierte Übungen ihre Daseinsberechtigung. Sie erzeugen einen ganz spezifischen Reiz und können so eine lokale und isoliertere Muskelhypertrophie auslösen. Einige kleine Muskelgruppen muss man sogar spezifisch und isoliert trainieren, da sie bei Verbundübungen nicht vollständig belastet werden und damit keine maximale Hypertrophie erfolgen kann. Seit ich mich aber mit dem Buch “Anatomy Trains“ von T. Myers beschäftige, sehe ich immer mehr die Muskeln nicht also isolierte Einheit, sondern als Verbund an. Er beschreibt in seinem Buch, die Funktion und Anatomie der Faszien bzw. eben die myofaszialen Verbindungen und deren Verkettung. Hier geht es nicht vornehmlich um die Muskeln, sondern um den therapeutischen Einsatzzweck in der Physiotherapie. Als Beispiel was vielleicht schon viele erlebt haben: Man verspürt einen Schmerz an einer Stelle und die Ursache liegt ganz wo anders. Vielmals verhält es sich mit der Rückenmuskulatur so. Das Gleiche gilt für die Muskulatur, sie ist genauso verkettet. In den meisten Bewegungen sind mehrere Muskeln als Kette involviert. Hier kommen dann eben die drei bzw. vier Grundübungen wieder ins Spiel. Wir trainieren hier eine Muskelkette in ihrer natürlichen Form. Führen wir die Übungen richtig aus, werden wir keine Schmerzen verspüren, da es eine natürliche Bewegung darstellt.

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