Gym Knigge: Die 7 Gebote für Trainingsanfänger & Fortgeschrittene

26.03.2014
Könnt ihr euch noch an den Tag erinnern, an dem ihr das erste Mal den Eisentempel betreten habt? Alles schien so neu für euch. Die Leute, die Räume, die Geräte – alles machte einen imposanten, aber auch einschüchternden Eindruck. Vielleicht hat man euch zu Beginn eine Tour durchs Gym angeboten, vorbei an all den Trainierenden, den Muskelfreaks und den Cardiohäschen, die sich gerade die Seele aus dem Leib pumpten, abstrampelten oder mit Bekannten zur Abwechslung ein Pläuschen hielten.
Platz da – Hier komme ich!
Als Anfänger fühlt man sich in den meisten Fällen ziemlich verloren oder manchmal auch Fehl am Platz. Auch nachdem man sich die Übungen hat zeigen lassen, hat man das Gefühl irgendwas falsch zu machen oder angestarrt zu werden. Unter all den Wölfen ist man selbst der Welpe, der gerade flügge genug ist, um die heimische Höhle zu verlassen und die Welt der Muskeln und trainierten Körper auf eigene Faust zu erkunden. In der Regel dauert es mehrere Monate, bis man sich wirklich heimisch in „seinem Gym“ fühlt. Wie alle Lebensbereiche, in denen man erst einen gewissen Erfahrungsschatz sammeln muss, ist es notwendig sich mit den Gepflogenheiten, den Regeln und ungeschriebenen Gesetzen eines Studios bekannt zu machen. Ehe man sich per Handschlag begrüßt, muss man die Leute, die dort trainieren kennenlernen oder zumindest einschätzen können. Einen Großteil der Fehler kann man bereits durch gesunden Menschenverstand vermeiden. Dem 120 kg-Brocken klaut man nicht einfach so die Gewichte, ohne sich dafür einen fiesen Blick und ein paar rabiate Worte einzufangen. Just no.Die Verhaltensregeln kann man entweder auf die leichte Tour oder auf die harte Tour lernen. Zwar habt ihr vermutlich zu Beginn eurer Studiomitgliedschaft die Hausordnung vom Trainier zugesteckt bekommen, aber viele Trainierende vergessen den Wust an Regeln so schnell, wie sie ihn bekommen haben: Training ohne Handtuch, das Nicht-Abbauen von Gewichten, das Desinfizieren der Geräte. Es sind oftmals die kleinen Dinge, die Ungemach verursachen und dafür Sorge tragen, dass ihr unangenehm auffalt. Falls ihr nun mit dem Gedanken spielt, euch in einem öffentlichen Studio anzumelden und nun mit den Knien zu schlottern beginnt, dann möchte ich euch beruhigen: So schlimm ist es nicht! Aber damit ihr genau wisst, worauf ihr euch da einlasst, folgt nun ein kleiner Knigge für das richtige Verhalten im Studio. Ihr wisst schon: Nur zur Sicherheit!Gebot #1: Respekt
Wie heißt es noch so schön? „Respekt bekommt man nicht einfach so – den muss man sich erst verdienen.“ Du kannst als Anfänger nicht erwarten, dass man bereits bei deiner ersten Visite im Studio den roten Teppich ausrollt (schon gar nicht, wenn du vorher _wirklich_ nichts für deinen Körper gemacht)). Nimm dir zur Rush-Hour für einige Momente die Zeit - was meistens Montag abends gegen 17-18 Uhr der Fall ist – und du wirst in den meisten Fällen sehr schnell die Hierarchie des Studios erkennen. Weit oben stehen natürlich die (Semi)-Profis und Kanten, allerdings heißt das nicht automatisch, dass man denjenigen, die (noch) nicht soweit sind, weniger Respekt entgegenbringt. In aller Regel entscheidet die Art und Weise wie du dein Training angehst, wie man dir gegenübertritt. Den meisten Respekt genießen nämlich nicht die Leute, die den dicksten Bizeps haben, sondern diejenigen, denen man ansieht dass sie hart und richtig trainieren. Diese Leute sind meist schon da, wenn du auch da bist und du siehst sie bei jedem Workout absolut alles geben (und dafür weniger quatschen oder an der Theke herumlungern). Sie quälen sich, sie leiden – aber sie heulen nicht rum, sondern ackern schwer für ihren Traum und ihre Ziele. Wenn du alles gibst und die Leute um dich herum ebenfalls respektierst, besteht die Chance, dass du auch von anderen irgendwann so wahrgenommen wirst. Die schwer Trainierenden erkennen sich untereinander und nicken anerkennend: So wird’s gemacht. Das ist pures Understanding. Damit es aber erst soweit ist, müssen erst ein paar Monate ins Land gehen, denn erst dann wird die Spreu vom Weizen getrennt.Gebot #2: Regeln
Ein Studio hat formelle wie informelle Regeln. Als ihr eure Mitgliedschaft unterschreiben habt, habt ihr euch automatisch dazu bereit erklärt die Hausordnung zu beachten und zu wahren. Diese Hausordnung hängt an mehreren Stellen im Studio aus und kann von jedem Mitglied zu jeder Zeit eingesehen werden. Damit klärt sich auch, welches Verhalten akzeptabel und welches Benehmen unerwünscht ist. Es versteht sich von selbst, dass man diesen Regeln Folge leistet – tut ihr das nicht, dann fallt ihr negativ auf. Erst den Mitgliedern, dann dem Personal (welches irgendwann von den Leuten darauf aufmerksam gemacht wird). Jeder vergisst mal sein Handtuch und denkt sich, er könne eine schnelles Workout ohne hinlegen. So schlimm wird das ja nicht sein, oder? Natürlich gibt es die kleineren und die größeren Sünden, aber wenn ihr beim Training wie ein Ochse schwitzt und die ganzen Gerätschaften hinterher triefend nass sind und im Studiolicht glänzen, dann ist selbst ein solch kleiner Fauxpas tödlich. Gleiches gilt für das Desinifzieren von benutzten Cardiogeräten und das Abräumen der Gewichte vom Squat-Rack. Stellt euch vor, dass jemand 180 kg beugt und den Kram nach dem Workout auf der Stange lässt: Die zierliche 50 kg Dame, die nach dieser Person ans Rack will, muss dann erst einmal 8 dieser 20 kg Scheiben runternehmen, ehe sie mit ihrem Training beginnen kann. So etwas ist ein absolutes No-Go. Wenn ihr zu Beginn mal ein paar Grundregeln vergesst, wird man euch schon niemand den Kopf abreißen, aber wenn es oft genug vorkommt, dann wird es ermüdend – und am Ende macht der Studiobesuch weder euch, noch den anderen Mitgliedern, noch dem Personal eine Freude. Sehen wir einmal von den schriftlich-festgehaltenen Regeln ab, so gibt es in jedem Gym einige ungeschriebene Regeln, die man zum einen antizipieren kann und die man zum anderen lernt, wenn man regelmäßig am Geschehen teilnimmt. Hierzu zählen Dinge wie:- - Nicht im Squat-Rack curlen
- - Niemanden mitten im Satz anlabern – niemals!
- - Keine Gewichte und Geräte klauen, wenn diese noch offensichtlich von jemandem benutzt werden. In einem solchen Fall hilft das Fragen!
- - Mit den Gewichten fahrlässig knallen (Kann jedem passieren, aber wenn es in jedem Satz vorkommt und ihr nicht gerade am Kreuzheben seid, dann stimmt was nicht)
- - Das Abhalten von übertriebenen Posing-Wettbewerben (ausführlich im Spiegel angucken, könnt ihr euch auch daheim)
- - Das Bunkern von Gewichten und Kurzhanteln
- - Laut im Freihantelbereich telefonieren und dabei flanieren
- - Wenn jemand Kopfhörer im Ohr hat, dann will er in den meisten Fällen auch nicht mit euch Reden und Socializing betreiben Respektiert das.

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