Mit Hitze zu Recht kommen wie die Fußballer

07.07.2014
Die letzte WM-Woche ist angebrochen und ich weiß nicht wie es Euch geht, aber habt ihr Euch nicht auch einmal gefragt, warum viele Spieler trotz der großen Hitze in Brasilien mit langer Bekleidung, sprich dünnem Sweatshirt und teilweise sogar verlängerten Stulpen das Spielfeld betreten haben?
Ich bin dieser Sache auf den Grund gegangen und möchte Euch die Ergebnisse heute präsentieren.
Die Problemstellung
Große Hitze ist das Eine, hohe Luftfeuchtigkeit das andere. Die Fußballer in Brasilien haben ungewohnter Weise mit beidem zu kämpfen. An trockene Wärme kann sich ein Sportler gut anpassen, weniger gut dagegen an feuchte Hitze. Entscheidend für die Wärmeregulation unsers Körpers vor allem unter Belastung, ist eine ausreichende Kühlung die eigentlich auf effektive Art und Weise stattfindet, wenn der austretende Schweiß auf der Haut verdunstet. Hohe Temperaturen fördern schwitzen, während hohe Luftfeuchtigkeit die darauf folgende notwendige Verdunstung unterbindet.
FazitProblematischer als die hohen Temperaturen gestaltet sich die zudem herrschende hohe Luftfeuchtigkeit in Brasilien für unsere Fußballer
Was hat es mit Schwitzen allgemein auf sich?
Mit Schwitzen reagiert der Körper auf eine Erhöhung der Körperkerntemperatur wie Sie natürlich bei körperlicher Betätigung verstärkt auftritt. Es entsteht Wärmeenergie die nun auf irgendeinem Wege abtransportiert werden muss und zwar komplett aus dem Körper heraus. Einen gewissen Teil (etwa 10%) atmen wir über unsere Lungen aus, der Rest muss über das größte Atmungsorgan des Körpers, die Haut und die darin integrierten Schweißdrüsen ausgeschieden werden.
Auf der Haut angekommen, verdunstet nun eigentlich der Schweiß und sorgt so für Kühlung. In der Folge kann die Betriebstemperatur und damit die Leistung aufrechterhalten werden. Im Normalfall macht es hierzulande bei einer etwas niedrigen Luftfeuchtigkeit absolut Sinn die Haut einfach möglichst frei zu halten damit Sie arbeiten kann.
FazitUnser Körper funktioniert als „wassergekühltes System“. Im Normalfall schwitzen wir um damit die Körperkerntemperatur konstant zu halten
Der Einsatz von Sportbekleidung
Natürlich können wir nicht völlig nackt umher rennen, also heißt es in Sachen Sportbekleidung eine gute Lösung finden. Die falsche Bekleidung verursacht Verwirrendes. Sie verhindert, dass der Schweiß in Form von Wasserdampf von der Haut abgeleitet wird und unterbindet damit die unter Belastung notwendige Verdunstung zugunsten der Thermoregulation. In einer Laufpause kann es so dann sogar zu einer Unterkühlung kommen, da der Schweiß durch beispielsweise Baumwollbekleidung an der Haut kleben bleibt und sie dort quasi kühlt ohne das von innen weitere Wärmeenergie ankommt. Eine Baumwollfaser quillt auf, verschließt so Luftkanäle und versiegelt quasi den Weg des Schweißes von der Haut nach außen.
Zurück kommend auf unsere besondere Gegebenheit schließt sich nun der Kreis. Besser noch als auf nackter Haut, ermöglicht die richtige Sportbekleidung nun besagte Verdunstungsvorgänge. Die von unseren Fußballern getragene Bekleidung nimmt keine oder kaum Flüssigkeit auf, sondern transportiert Sie effektiv vom Körper weg, was eine Verdunstung fördert. Im Gegenzug kann Feuchtigkeit von außen nicht eindringen, was die Haut dauerhaft trocken hält. Ein weiterer Benefit ist natürlich ein gewisser Schutz vor UV-Strahlen der durch das Tragen von Sportbekleidung gewährleistet werden kann.
Resümee
Es handelt sich nicht um eine Mode-Erscheinung sondern um eine absolut funktionelle Einrichtung wenn unsere Kicker in Brasilien mit deutlich mehr Bekleidung als gedacht das Spielfeld betreten. Ob die richtige Sportbekleidung nun dazu beitragen wird das Deutschland Weltmeister wird werden wir sehen……

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