Muskelaufbau - Grundprinzipien für deinen Erfolg

23.05.2015
Wir alle lesen täglich Artikel zum Thema Muskelaufbau - die Krux an der Sache ist eigentlich, dass nichts auf der Welt einfacher sein könnte ... oder?
Muskelaufbau fußt - wie viele andere physiologische Adaptationen des Körpers - auf zwei "Ideen":
Die größten Fortschritte (Zuwachs pro Zeit) machst du in der Anfangszeit deiner Trainingskarriere.
Nach einigen Monaten näherst du dich dann einem Bereich, wo du schlicht weniger Fortschritte machst: Es wird härter, anstrengender, ermüdender und ... man muss sich motivieren, denn offensichtlich geht nichts mehr voran.
Denn nun weißt du zumeist nicht mehr weiter und suchst nach irgendwelchen Methoden, die anfängliche Zuwachsrate wiederherzustellen oder annähernd daran anzuknüpfen.
Zeit wäre auch hier ein positiver Faktor, denn manchmal bedarf es eben Jahre, um das gewünschte Aussehen (etc.) auf Muskelebene herbeizuführen. Doch wer hat heute schon Geduld?
Doch wo führt uns das Gesagte hin?
In der Sportwissenschaft definiert man so genannte Trainingsprinzipien.
Wenn wir das Gesagte vereinfacht darstellen, dann ist klar, dass du dein System (Körper) während des Trainings stresst - deine Leistungsfähigkeit sackt zwischenzeitlich ab.
Im Zuge der regenerativen Phase kommt es zu einer Anpassung, die am Ende sogar über das ursprüngliche Leistungsniveau hinausragt. Genau dann ist es an der Zeit, erneut zu trainieren.
Das bedeutet: Du musst herausfinden, wann dieser Moment gekommen ist. In diesem Zusammenhang trainieren viele von euch entweder zu früh oder zu spät.
Dies kann in drei verschiedenen Situationen resultieren:
Du trainierst viel zu früh: Dein Leistungniveau sinkt (= Übertraining).
Du trainierst im optimalen Bereich: Dein Leistungsniveau steigt.
Du trainierst zu früh: Deine Leistungsniveau stagniert.
Dieses Superkompensieren gilt nicht nur für sportliche Anpassung, sondern für eine Anpassung jeglicher Art. Dies ist die Art und Weise, wie dein Körper auf die Umwelt reagiert. Klar wird, dass eine zu starke Reizfrequenz (siehe Punkt: Prinzip der optimalen Relation zwischen Belastung und Erholung) oder eine zu starke Reizintensität (siehe Punkt: Prinzip des wirksamen Belastungsreizes)dafür sorgen kann, dass sich dein System - trotz Reiz - nicht adaptieren kann und langfristig schaden nimmt - dies ist der Grund, wenn auch vereinfacht, dass es Dinge wie Burn-Out-Syndrom und andere Erkrankungen gibt.
Wenn wir uns noch einmal das Power Law anschauen, dann wird klar, dass es zunehmend schwerer wird, Fortschritte zu machen.
Ich möchte dir nun zwei Tools an die Hand geben, die dir helfen können, ein etwaiges Trainings-Plateau zu durchbrechen:
i) Der Körper hat das Bestreben, sich an Stimuli bzw. Stressoren anzupassen, sobald seine eigenen Ressourcen nicht ausreichend sind, um adäquat zu reagieren
Dieser Punkt impliziert, dass du dich eine deine muskulären Grenzen - wenigstens ein bisschen - herantasten musst, um dem Muskel zu signalisieren, dass seine Ressourcen aktuell nicht ausreichend sind, um adäquat auf den Umweltreiz (hier: Gewicht) zu reagieren. Weiterhin impliziert dieser Punkt noch etwas anderes, sehr wichtiges: Der Körper reagiert auf die Reizart, auf die Art des Stimulus'. Dein Körper ist hoch ökonomisch und wird aus Kostengründen immer nur dort Ressourcen aufbauen, wo sie auch gebraucht werden. Daher sieht ein Marathonläufer auch nicht aus wie ein Bodybuilder - es wurden schlicht andere Reize gesetzt. Doch dazu gleich mehr.ii) Der Körper kann eine Anpassung in einem, durch die Evolution diktierten Rahmen herbeiführen
Es macht Sinn: Dein Körper durchlief und durchläuft seit Jahrmillionen einen evolutiven Prozess. Er wird konstant geformt durch die Umwelt, so dass wir das Produkt eines ewigen Entwicklungsprozesses sind. Daraus folgt aber auch, dass dein Körper an gewisse Dinge angepasst ist. Heißt: Du kannst nicht fliegen, bist nicht der beste Schwimmer (jedenfalls nicht so gut wie ein Fisch) und du ... kannst auch nicht aussehen wie ein Gorilla, der von Natur aus deutlich muskulöser ist, als du das jemals sein wirst. Dir sind also natürliche Grenzen vorgegeben - das nennt man "physiologischer Bereich".Muskelaufbau und das Power Law - ganz "natürlich" weniger Fortschritte
In meinem Artikel "Fettabbau - so geht's" erfährst du im ersten Teil, dass der Gewichtsverlust bei Schwerübergewichtigen deutlich rascher verläuft und danach - gefühlt - stagniert, aber sich tatsächlich nur deutlich langsamer vollzieht. Beschreiben kann man dies mit einem Gesetz, das wir in der Natur nahezu überall finden: Dem Power Law (="Potenz-Gesetz"). Auch der Muskelaufbau (und andere Sportart-spezifische Adaptationen) unterliegt einem solchen Gesetz:
Die größten Fortschritte (Zuwachs pro Zeit) machst du in der Anfangszeit deiner Trainingskarriere.
Nach einigen Monaten näherst du dich dann einem Bereich, wo du schlicht weniger Fortschritte machst: Es wird härter, anstrengender, ermüdender und ... man muss sich motivieren, denn offensichtlich geht nichts mehr voran.
Denn nun weißt du zumeist nicht mehr weiter und suchst nach irgendwelchen Methoden, die anfängliche Zuwachsrate wiederherzustellen oder annähernd daran anzuknüpfen.
Zeit wäre auch hier ein positiver Faktor, denn manchmal bedarf es eben Jahre, um das gewünschte Aussehen (etc.) auf Muskelebene herbeizuführen. Doch wer hat heute schon Geduld?
Doch wo führt uns das Gesagte hin?
In der Sportwissenschaft definiert man so genannte Trainingsprinzipien.
Prinzip des wirksamen Belastungsreizes
Das solltest du dir immer vor Augen führen: Der Grund, warum du trainieren gehst, ist nicht, dass du anderen Sportler(inne)n beim Sportmachen zugucken kannst. Du gehst trainieren, weil du in jedem Training einen neuen Belastungsreiz setzen willst. Du willst in jedem Training deinen Körper derart strapazieren, dass er sich erneut an die Belastung anpassen muss. Was als Anfänger noch kinderleicht vonstatten geht, wird mit steigendem Expertise-Level schwieriger, da du schlicht deutlich konzentrierter sein musst, um dieses Ziel zu erreichen. Das potenzielle Reizspektrum reicht von “Unterschwellig” (= nicht ausreichend) über “Überschwellig mittelstark” (= optimal) hin zu “Überschwellig zu stark” - Letzteres bedeutet, dass du deinem Körper geschadet hast. Die Frage aller Fragen ist, ab welcher Reizstärke der Körper überhaupt reagiert. Bei Kraftsportlern üblicherweise ab 60 % des 1RM - zumindest, wenn es um Hypertrophie gehen soll. Kraft steigerst du in diesen Bereichen nicht, zumindest nicht deutlich Das Spektrum wird sich vollziehen von Verbesserung der Kraftausdauer (ab 40 % des 1RM; relativ leichtes Gewicht bei höherer Wdh.-Zahl), über Hypertrophie (ab 60 % des 1RM; mäßig Gewicht, 10-12 Wdh.) hin zu Maximalkraft (ab 80 % des 1RM; hohes Gewicht, niedrige Wdh.-Zahl). Um das gerade Besprochene zu realisieren, musst du ein weiteres Prinzip beachten:Prinzip der progressiven Belastungssteigerung
Dies impliziert, dass du - als Beispiel - bei jedem Training ein schwereres Gewicht heben solltest: Die Belastung muss progressiv gesteigert werden, damit der Körper auch weiterhin Anpassungen für dich generiert. Wenn du diese Punkte wirklich beherzigst, dann trainierst du schon deutlich ernster als viele deiner Kollegen und Kolleginnen. Das in der Sportwelt am häufigsten ignorierte Trainingsprinzip heißt:Prinzip der optimalen Relation zwischen Belastung und Erholung
Wenn du trainierst, dann zehrst du an Ressourcen - du signalisiert deinem Körper, dass er sich nun an neue Umweltreize (in diesem Fall Gewichtheben) anpassen muss. Viele machen den Fehler und sehen Training & Fortschritt als eindimensionalen Prozess: “Je mehr Training, umso mehr Zuwächse bekomme ich.” Nichts liegt der Wahrheit ferner: Der wichtigste Prozess beim Muskel- und Kraftaufbau ist die Regeneration. Ohne eine Belastungspause könnte der Körper sich nicht anpassen. Hier kommt ein etwas veraltetes, aber durchaus berechtigtes Konzept ins Spiel: Das Konzept der Superkompensation.
Wenn wir das Gesagte vereinfacht darstellen, dann ist klar, dass du dein System (Körper) während des Trainings stresst - deine Leistungsfähigkeit sackt zwischenzeitlich ab.
Im Zuge der regenerativen Phase kommt es zu einer Anpassung, die am Ende sogar über das ursprüngliche Leistungsniveau hinausragt. Genau dann ist es an der Zeit, erneut zu trainieren.
Das bedeutet: Du musst herausfinden, wann dieser Moment gekommen ist. In diesem Zusammenhang trainieren viele von euch entweder zu früh oder zu spät.
Dies kann in drei verschiedenen Situationen resultieren:
Du trainierst viel zu früh: Dein Leistungniveau sinkt (= Übertraining).
Du trainierst im optimalen Bereich: Dein Leistungsniveau steigt.
Du trainierst zu früh: Deine Leistungsniveau stagniert.
Dieses Superkompensieren gilt nicht nur für sportliche Anpassung, sondern für eine Anpassung jeglicher Art. Dies ist die Art und Weise, wie dein Körper auf die Umwelt reagiert. Klar wird, dass eine zu starke Reizfrequenz (siehe Punkt: Prinzip der optimalen Relation zwischen Belastung und Erholung) oder eine zu starke Reizintensität (siehe Punkt: Prinzip des wirksamen Belastungsreizes)dafür sorgen kann, dass sich dein System - trotz Reiz - nicht adaptieren kann und langfristig schaden nimmt - dies ist der Grund, wenn auch vereinfacht, dass es Dinge wie Burn-Out-Syndrom und andere Erkrankungen gibt.
Wenn wir uns noch einmal das Power Law anschauen, dann wird klar, dass es zunehmend schwerer wird, Fortschritte zu machen.
Ich möchte dir nun zwei Tools an die Hand geben, die dir helfen können, ein etwaiges Trainings-Plateau zu durchbrechen:

Kommentare (2)
peter klug
May 25, 2015 18:38Bei der Superkompensationsgrafik fehlt die Leistungsachse, das Maximum ist auf dem höchsten Punkt der Kurve, nicht wie dargestellt am Ende...
Chris Michalk
May 26, 2015 12:29Die Leistungsachse habe ich der Einfachheit halber weggelassen: Der Sinn ergibt sich aus der Grafik und dem Text. Zum Maximum: Es handelt sich dabei nicht um das Maximum im Sinne des Leistungsniveaus. Sondern im Sinne der Regenerationslänge, bei der man, bei erneutem Training, noch Fortschritte machen kann.