Veganer können durchaus guten Muskelaufbau betreiben. Leider herrscht noch oft das Vorurteil, dass vegane Ernährung mit Unterversorgung verschiedener Nährstoffe gleichgestellt wird, dies ist aber nicht richtig. Veganer weisen sogar oft einen besseren Ernährungszustand auf, als der „normale“ Bürger.
Wir wollen den Mythos, dass ein Sportler Fleisch und Milchprodukte konsumieren muss, um Höchstleistungen zu bringen und seinen Eiweißbedarf zu decken widerlegen. Vegane Ernährung erlangt in unserer heutigen Gesundheitsgesellschaft auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Viele Bürger sind gegen die Ausbeutung von Tieren und auch gegen die industrielle Verarbeitung und deren Lebensmittelskandale, weshalb viele einen veganen Lebensstil wählen.
Typische Mythen um den Veganer
Veganer nehmen zu wenige Kohlenhydrate und Nährstoffe auf!
Diese Aussage ist völlig falsch. Wer sich mit Ernährung und Lebensmitteln beschäftigt wird feststellen, dass es sehr viele vegane kohlenhydratreiche Lebensmittel gibt. Allgemein kann eine vegane Kost ebenso nährstoffreich sein, wie eine normale Zivilisationskost. Nährstoffe werden dabei oft bewusster und besser eingesetzt, was sich positiv auf den Ernährungszustand auswirken kann. Bei einer ausgewogenen veganen Ernährung gibt es keinen Grund zur Annahme einer Nährstoffunterversorgung. Nur bei einer schlechten veganen Ernährung ist ein Nährstoffmangel gegeben, dies würde aber bei einer „normalen“ Kost ebenfalls der Fall sein.
Durch vegane Kost ist keine Leistungsfähigkeit möglich!
Da Kohlenhydrate der leistungslimitierende Nährstoff im Sport ist, wurde diese Hypothese durch unsere erste Antwort widerlegt. Bei der richtigen sportiven Ernährung, ebenso wie bei anderen Ernährungsformen, ist die Leistungsfähig vollkommen gegeben.
Vegan zu leben ist teuer und kompliziert!
Vegane Kost ist ganz und gar nicht teuer, sondern eher günstig. Der Großteil der deutschen Einkaufsrechnungen ist auf Fleisch und Milchprodukte zurück zu führen und spielt für den Veganer deshalb keine Rolle. Nur bei einem Punkt müssen wir den Mythen rechtgeben. Vegane Kost kann etwas kompliziert sein, wenn man durch seinen Job und Lebensstil auf die Gastronomie angewiesen ist, kann das Essensangebot manchmal doch einseitig sein. Auch einkaufen kann am Anfang einer veganen Ernährungsumstellung, ohne Beratung und Ernährungswissen, etwas aufwendiger werden. Wer sich jedoch einmal in den Lebensstil begeben hat, sollte beim Einkaufen und bei der Lebensmittelauswahl keine Probleme haben und einer großen Auswahl an Lebensmitteln gegenüber stehen.
Veganer haben keinen Nachteil im Leistungssport!
Viele Athleten zeigen heute, dass es durch Vegane Kost möglich ist, Höchstleistungen zu vollbringen. Auch im Kraftsport und Fitnessbereich gibt es immer mehr Vertreter der „Veganen Lebenseinstellung“.
Viele die sich mit dem Thema noch nicht auseinander gesetzt haben, werden sich fragen, wie zum Beispiel der Eiweißanteil abgedeckt werden soll, ohne das Milch- und Fleischprodukte konsumiert werden. Das ist jedoch sehr einfach, auch biologische Wertigkeiten von 100 und darüber sind einfach möglich. Kombinationen wie Reis und Sesam, Brot und Körner, Mais und Soja, Bohnen und Reis und viele weitere, können den Körper mit allen wichtigen Aminosäuren versorgen. Auch ein vermehrter Proteinbedarf ist zum Beispiel durch Sojaprodukte sehr einfach zu decken und stellt kein Problem dar. Wie oben schon erwähnt, ist es ebenfalls kein Problem, Kohlenhydrate in verschiedenen komplexen Formen zu konsumieren. Der Großteil der konsumierten hochwertigen Kohlenhydrate sind ohnehin Vegan, deshalb ist dies zum Beispiel durch Haferflocken, Brot, verschiedenen Zuckersorten und vielen weiteren Produkten kein Problem. Durch die vegane Koste ist meist der Mineralstoff- und Vitaminstatus sogar besser als bei Nicht-Veganern. Es werden oft vermehrt Obst und Gemüse konsumiert, weshalb Veganer in diesem Bereich sogar eine Vorbildfunktion einnehmen.
Fazit
Die Gesellschaft sollte nicht gleich Ernährungsgruppen in verschiedenen Bereichen als schlecht empfinden, ohne Hintergrundinformationen zu erhalten. Vegane Ernährung kann sehr umfangreich und gesund sein, auch weil viele industriell hergestellte Lebensmittel, welche heutzutage genügend synthetische Stoffe und Verunreinigung verschiedenster Art enthalten, großflächig nicht konsumiert werden.
Vegane Kost hat auf den Sportler keine negativen Auswirkungen. Ob du die Lebenseinstellung und die Ernährungsweise des Veganers oder eine andere Kostform verfolgst und dich vielleicht an eine normale Zivilisationskost hältst, du kannst dich immer mit einer sportiven Ernährungsweise individuell ernähren und wirst sportliche Höchstleistungen erbringen können.
Kommentare (5)
Sele
July 6, 2013 17:57Stimmt, ich versuche mich auch immer mehr vegetarisch zu ernähren. Derzeit klappt das noch nicht so ganz da man sich (psychisch) schlapp fühlt. Die Umstellung benötigt doch ein wenig Zeit.
Daniel
November 5, 2013 17:13Sele: Das schlapp fühlen ist anfangs recht normal, da dein Körper entgiftet und sich erst an die Umstellung gewöhnen muss! War am Sonntag auf einer Rohkostmesse, wo gerade dieses Phänomen in einem Seminar besonders verdeutlicht wurde.
meggy
November 5, 2013 21:44Und wie denkt man die B-Vitamine ab? also ich selbst ernähr mich einfach Vollwertig. Bin auch der Meinung das man nicht zu viel tierisches braucht.
KoBi
March 17, 2014 21:58Vitamin B ist in den meisten "roten" Früchten/Gemüsesorten enthalten - sprich Erdbeeren, Rotkohl, rote Beete etc. Des Weiteren wird tierischen Produkten oft Vitamin B "hinzugegeben".
heheh
October 13, 2014 14:07Ich fände es schön mehr über Veganes Proteinpulver zu erfahren. Ich bin Veganer und habe mir schon einiges bestellt, wüsste aber gerne ob das auch gut ist.