Kohlenhydrate stellen neben Protein und Fett einen der 3 Makronährstoffe dar. Eigentlich sollte man meinen, dass sich die Unterarten eines jeden Makronährstoffs zumindest größtenteils ähneln, dem ist aber leider nicht so. Eine Ausnahme bei den Kohlenhydraten stellt Fructose (Fruchtzucker) dar.
Fructose kommt hauptsächlich in Obst vor. Kleine Mengen befinden sich auch in Gemüse.
Die Sonderstellung von Fructose ist Grund genug, Euch heute einmal einen Einblick in diese nicht ganz einfache Sache zu vermitteln.
Fructose
Allgemein
Bei Fructose handelt es sich um einen Einfachzucker den wir selbst herstellen und über die Nahrung aufnehmen.
Bei vielen von Euch klingeln mit dem Wort Einfachzucker jetzt sicher schon die Alarmglocken in Sachen starker Blutzuckeranstieg, hohe Insulinausschüttung, Hemmung der Lipolyse …..
Absorption
Tatsächlich ist es so, dass Fructose den Verdauungstrakt sehr schnell passiert da keine komplexen Kohlenhydratketten mehr gespalten werden müssen. Um jedoch den Übertritt vom Darm ins Blut bewältigen zu können, bedarf es eines Transporters der sog. GLUT-5-Transporter. Die Kapazität dieses Fructose-Taxis ist relativ schnell erschöpft und wird durch Sorbit sogar noch blockiert (weshalb bei Problemen mit Fructose auch immer der Sorbitgehalt eines Lebensmittels mit berücksichtigt werden muss) Glukose hingegen fördert die Aktivität der Fructose-Taxis.
Interessant
Bei vielen natürlichen Fructosequellen liegen Glukose und Fructose immer in einem Verhältnis vor um eine optimale Absorption zu gewährleisten.
Verstoffwechslung
Im Blut angelangt, sorgt Fruchtzucker jetzt nicht für den erwarteten Anstieg von Insulin um in die Zielzellen zu gelangen sondern wandert weiter zur Leber. Er muss dort mit Hilfe des Enzyms Fruktokinase in Metabolite der Glykolyse umgebaut werden, damit man ihn in die Energiegewinnung eingeschleust kann.
Dieser metabolische Umweg ist der Grund, warum viele Diabetikerprodukte mit Fructose (quasi als Ersatzzucker) angereichert sind.
Fruktose erhöht NICHT den Blutzuckerspiegel und erhöht NICHT das Insulinaufkommen Zu viel Fructose schädlich?
Während bei geringen Mengen Fructose aus natürlichen Quellen keine Nachteile zu erwarten sind, machen größere Mengen Fructose dem Körper durchaus zu schaffen.
1. Schon ab 30-35g Fructose pro Tag kann die Kapazität der Glut-5-Transporter erschöpft sein.
Die Folge: Verdauungsstörungen
2. Ohne gleichzeitige Aufnahme von Glukose wird die Aktivität von GLUT-5 ebenfalls gehemmt
Die Folge: Verdauungsstörungen
3. Der Fructoseumbau verbraucht viel ATP welches für andere Stoffwechselwege nicht mehr zur
Verfügung steht
4. Beim Fructoseumbau entsteht viel Harnsäure d.h. die Gichtgefahr steigt an
5. Zu viel Fruktose wird in der Leber unter anderem zu Triglyceriden umgebaut. Diese können sich in
der Leber ablagern und dort die Entstehung einer Fettleber fördern.
6. Unter dem Einfluss von zu viel Fruktose wird, ausgehend von der Leber, die Lipogenese gefördert
da Triglyceride im Überfluss vorhanden sind mit denen der Körper anders nicht umzugehen weiß
7. Zu viel Fruktose fördert die Entstehung von VLDL und damit das Risiko auf Herz-
Kreislauferkrankungen
Die Aufnahme von zu viel Fructose ist mit einer Reihe von Nebenwirkungen verbunden. Unbedenkliche Mengen zumindest in Sachen VLDL liegen Studien zur Folge bei etwa 30-60g pro TagResumee
Fruktose ermöglicht die Versorgung mit Kohlenhydraten ohne dabei das Insulinaufkommen signifikant zu erhöhen. Leider ist dies so einfach nicht, da Fructose eine Art Taxi benötigt um ins Blut zu gelangen. Der Umbau von Fructose zur Energiegewinnung im Rahmen der Glykolyse findet zudem über die Leber statt, verbraucht Energie und ist mengenmäßig begrenzt. Reduktionsdiäten die sich aus Lebensmitteln mit hohem Anteil an Fructose zusammensetzen gehören in den Mülleimer. Auch aus gesundheitlicher Sicht tut man Gutes damit, die Aufnahme von Fructose auf ein gewisses Maß zu reduzieren.Quellen
https://www.thieme.de/medias/sys_master/8804653793310/9783131401915_musterseite_166_169.pdf?mime=application%2Fpdf&realname=9783131401915_musterseite_166_169.pdf
Kommentare (6)
Micha
May 28, 2013 20:04Mein Vater meinte früher schon alles in Maßen und nicht in Massen Futtern. Und mit dem Essen siehst aus wie mitm Training andauernd ließt man was anderes. Muss halt jeder für sich selbst shauen was ihm gut tut und was nicht.
wolfgang
June 2, 2013 13:04wieviel Äpfel und Bananen darf ich jetzt am Tag essen, oder wie wenig?
herbert
June 12, 2013 22:45welche obst art sollte man am meisten essen
Reimi
June 24, 2013 15:29Er muss dort mit Hilfe des Enzyms Fruktokinase in Metabolite der Glykolyse umgebaut werden, damit man ihn in die Energiegewinnung eingeschleust kann. mit diesem satz wiederspricht ihr euch doch oder sehe ich das falsch? Energiegewinnung=etwas muss in die zelle= das etwas in die zelle gelangt braucht es insulin:-S
Unbekannt
June 27, 2013 17:35Warum fragen wieder gleich welche wieviel er wovon essen kann. steht doch da mehr wie 30-35g sollten es nciht werden. sollte jawohl kein problem sein das rauszukriegen wieviel in welcher obstsorte ist
Unbekannt
February 7, 2014 08:38Nein, in der Leber ist kein Insulin nötig, um den Transport von Fructose (auch nicht den von Glucose) in die Zellen zu vermitteln. Insulin ist nötig, wenn Glucose in Körpergewebe wie Fettzellen und Muskelzellen transportiert werden soll - jene haben so genannte GLUT 4 Transporter, die, wenn die Zelle mit Insulin interagiert, vermehrt exprimiert werden und dadurch auch mehr Glucose aufnehmen. Die Leber kann die Fructose aber auch ohne Insulin sehr gut verwerten :)