Trainingsphilosophie: Bist du ein Praktiker oder ein Theoretiker?

03.04.2014
Um ein Trainingsprogramm als „durchschlagend“ und „erfolgreich“ bezeichnen zu können, muss es in erster Linie einen wesentlichen Aspekt erfüllen:
- - Im Falle einer Aufbauphase: Erhöhung des Muskelmasseanteils ohne dabei größere Mengen an Fett mit aufzubauen
- - Im Falle einer Definitionsphase: Reduktion des Körperfettanteils ohne dabei größere Mengen an Muskulatur zu verbrennen.
- - Athleten, die tendenziell eher auf die Theorie, als auf die Praxis setzen, versuchen für alles, was sie tun, eine triftige Begründung zu finden, ihren Ernährungsplan aufs Gramm genau zu berechnen (und danach zu essen) und jede einzelne Wiederholung im TP festzuhalten. Der Hang geht in diesem Fall eindeutig zum Perfektionismus.
- - Athleten, die tendenziell eher auf die Praxis, als auf die Theorie setzen, stürzen sich erst einmal ins Geschehen. Sie haben wohlmöglich auch einen Trainingsplan und eine ganze Menge Bro-Science-Wissen – aus diesem Grund reicht es ihnen oft schon aus, wenn jemand mit einer ordentlichen Statur eine Behauptung aufstellt, um diese zu übernehmen. Das Markenzeichen des Praktikers liegt darin, dass er weniger Fragen stellt und dafür mehr macht, in der Regel härter trainiert, aber auch öfter mit Schmerzen und Verletzungen zu kämpfen hat.
Extreme sind selten gut
Wir alle kennen vermutlich den typischen Bodybuilder-Ausspruch „Don’t overanalyze it,“ welcher auch allzu gerne mit „Paralyse durch Analyse“ beschrieben wird. Wer sich selbst eher in der Theoretiker-Ecke sieht, dem mangelt es vermutlich an der Fähigkeit den Kopf auch mal abzuschalten zu können und einfach Mal zu machen. Wenn man alles und jeden hinterfragt, kann dies aber dazu führen, dass man bei all der Recherche völlig vergisst, selbst zu trainieren. Theoretiker handeln oft nach dem Vorsichtsprinzip, aber denkt immer daran, dass euch der beste und raffinierteste Plan nichts bringt, wenn ihr nicht in der Lage seid hart und intensiv danach zu trainieren. Auf der anderen Seite kann dem Praktiker ein wenig fundiertes Hintergrundwissen bezüglich Training und Ernährung mit Sicherheit nicht schaden. Vielleicht kennen ja einige von euch CT Fletcher, welcher behauptet, dass es so etwas wie Übertraining gar nicht gibt; Fletcher ist mit Sicherheit der Prototyp des Praktikers, der auf Erfahrung und eigene Wahrnehmung setzt – und damit auch Erfolg hat. Zwar bin ich auch der Meinung, dass nur die wenigsten Kraftsportler jemals in ein waschechtes Übertraining abrutschen, allerdings denke ich nicht, dass es sich hierbei um einen Mythos handelt und das solltet ihr auch nicht. Jeder Mensch hat seine persönlichen physischen wie psychischen Limits. Hartes Training ist in jedem Fall eine subjektive Angelegenheit und eine Fähigkeit, die man sich über Monate und Jahre aneignen muss. Das Problem des Praktikers liegt aber darin, dass er zu wenig hinterfragt und oft auf Dinge hereinfällt, die ihn in seiner Entwicklung eher behindern, als das sie im Nutzen stiften.Das Beste zweier Welten
Hierin wird deutlich, dass das Optimum nicht etwa auf einer Seite der Skala zu finden ist, sondern sich eher in der Mitte befindet. (Würde ich mich für eine Seite entscheiden müssen, würde ich trotzdem eher zum Praktiker tendieren, denn oftmals sind es diejenigen, die handeln, die Erfolg haben, als diejenigen, die zu viel zögern) Ihr mögt euch vielleicht fragen, weshalb es so wichtig ist herauszufinden, zu welcher Seite man neigt und welchen Sinn das Ganze hat. Die Antwort ist ganz einfach: Nur so könnt ihr eure Schwachstellen herausfinden und korrigieren. Um zu den erfolgreichen Athleten zu gehören, solltet ihr…- …in der Lage sein hart und intensiv zu trainieren und die Fähigkeit besitzen euch aufs Workout zu fokussieren und den Blick für das Wesentliche zu wahren
- …über ein gewisses Fundament an Basiswissen in den Bereichen Training, Ernährung und Regeneration besitzen (und vielleicht darüber hinaus), damit ihr Ahnung davon habt, was ihr tut und warum ihr es tut. (Dies bedeutet nicht, dass ihr die chemische Formel für Creatin oder dergleichen auswendig können müsst!)

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