Aufbauphase: 3 Ernährungsfehler, die es zu vermeiden gilt

30.01.2014
Das Unterfangen „Muskelaufbau“ scheitert bei den meisten Anfängern nicht etwa, weil sie sich nicht für das regelmäßige Training begeistern und motivieren können – eigentlich ist sogar das Gegenteilt der Fall: Viel zu viele Neueinsteiger überschätzen das nötige Investment an Zeit, welches man in die körperliche Ertüchtigung, das Stemmen von Eisen, stecken muss. Dem Körper nicht die erforderliche Zeit zur Regeneration einzugestehen ist genauso dumm, wie unregelmäßiges Wischi-Waschi-Training ohne Sinn und Verstand (und Plan). Doch nachdem der Trainingsplan erst steht, die Sporttasche gepackt und das schweißtreibende Workout im Fitnessstudio absolviert wurde, fehlt noch ein kleiner – aber wichtiger – Schritt, um den Aufbau von magerer Masse zu konsolidieren: die passende Ernährung.
Das Triumvirat des Bodybuildings
De facto ist Muskelaufbau eigentlich keine schwierige Angelegenheit, solange man bereits ist kompromisslos in eine vorher festgelegte Richtung zu marschieren – und viele machen es sich schwieriger, als es eigentlich sein muss, indem sie sich in Nichtigkeiten und Details verstricken, während die größten Posten unangetastet bleiben.- - Hartes & intensives Training nach Plan für das Setzen des (mechanischen) Reizes
- - angepasste Ernährung zur Definition (Kaloriendefizit, proteinbetont) oder zum Aufbau (Kalorienplus, proteinbetont, moderate Kohlenhydratzufuhr)
- - genügend Bettruhe, erholsame Tätigkeiten und angepasstes Bewegungsverhalten je nach Zielsetzung
Muskelaufbau: Ein paar gut gemeinte Ratschläge
Einige vitale Ratschläge hinsichtlich des Aufbaus von wohl proportionierter Magermasse habe ich euch bereits geliefert (und ihr tut gut daran, diese Artikel hin und wieder hervorzuholen und euch die Tipps und Stolperfallen noch einmal vor Augen zu halten). Schockt euren Körper und weckt ihn aus seiner einschläfernden Routine, beachtet die 5 Gebote des Muskelaufbaus und vermeidet die zehn häufigsten Fehler, die euch bei eurer körperlichen Entwicklung sabotieren könnten. Verändert nicht alles auf einmal, um euch nicht vollends überfordert zu fühlen, sondern step-by-step – hört auf euren Körper, entwickelt das richtige Gespür und schafft die richtigen Gewohnheiten. (und wenn es euch an Kohle für Rohmaterial mangelt, beachtet meine Tipps zum Leben auf beschränktem Budget – denn wo ein Wille, da ein Weg!) Um die genannten Richtlinien, Gebote und Fehler zu vervollständigen, folgen nun 3 weitere Punkte, die ihr auf eurer „road to glory“ tunlichst vermeiden solltet, um in Sachen Muskelaufbau auf ganzer Linie erfolgreich zu sein.Fehler #1: Unzureichende Workout-Mahlzeiten
Egal ob ihr euch klassisch ernährt, einem IF-Ansatz folgt oder euch nach irgend einer anderen Voodoo-Ernährungsstrategie ernährt, die euch X kg Muskelmasse in Y Wochen verspricht: Wenn ihr Muskelaufbau limitieren und die Trainingsintensität maximieren wollt, dann solltet ihr euch einige Gedanken zu eurer Pre-Workout-Mahlzeit machen, denn: Ohne Mampf, kein Kampf! Dies gilt insbesondere dann, wenn eure letzte Mahlzeit bereits mehrere Stunden her ist und euer Körper den frischen Antrieb gebrauchen könnte. Exkurs: Fastentraining In den letzten Jahren ist ein vermehrter Hype zum Thema Fastentraining aufgekommen. Zwar scheint es einige interessante Vorteile zu haben, in gefastetem Training zu trainieren (und unsere Körper sind auch auf derartige Situationen vorbereitet), aber es dürfte sich in der Aufbauphase von selbst verstehen, dass dieser Weg nicht der Effektivste sein kann. Wann immer die Aminosäurekonzentration im Blut absinkt und das Stresshormon Cortisol die Führung übernimmt, wird die Gluconeogenese in der Leber befeuert (Verzuckerung von Eiweiß), um den gestiegenen Energiebedarf des Körpers zu stillen. Oder einfach ausgedrückt: Es werden Muskeln verbrannt. Das Nährstoff-Timing, welches ansonsten eine eher untergeordnete Rolle spielt, gewinnt Fastentraining in entscheidendem Ausmaß an Relevanz – übersteigt aber gleichzeitig das Know-How der meisten Athleten, so dass man hier ohne genügend Eigenwissen oder einen Coach, der sich auskennt, mehr Schaden als Nutzen anrichten kann. In dem Punkt dominiert die klassische Vorstellung des Essens vor dem Training, auch wenn das nicht unbedingt bedeutet, dass ihr kohlenhydratreich essen müsst: Ob 10g BCAAs 15 Minuten pre-workout, ein Whey-Shake mit Obst, eine protein- und fetthaltige Mahlzeit oder „oldschool“ in Form von Haferflocken und Quark 1-2 Stunden vor der Trainingseinheit – Esst eine sättigende, aber nicht belastende Mahlzeit, um ausreichend Biss beim Workout zu haben und eine intensive Einheit ohne Kompromisse absolvieren zu können. Selbst die BCAAs sind besser als nichts! Durch ein derartiges Vorgehen schont ihr nicht nur eure hart erarbeitete Muskulatur, sondern auch eure Glykogenreserven, was wiederum den Regenerationsprozess beschleunigt. Setzt auf Lebensmittel mit niedriger glykämischer Last bzw. Fruchtzucker und hochwertiges Protein um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.Fehler #2: Inkonsistentes Ernährungsverhalten
Kennt ihr das auch? Der Wecker klingelt am frühen Morgen und eigentlich hättet ihr noch genug Zeit, um euch etwas zu Essen für die Schule/Uni/Arbeit zu machen, aber statt pflichtgetreu aufzustehen und den Tag gemächlich einzuläuten, entschließt ihr euch für die (im Moment noch) attraktivere Option des Weiterschlafens. Die Snooze-Taste ist schnell gedrückt, doch nachdem ihr die Augen für einen Moment geschlossen habt, klingelt es wieder – vielleicht sind weitere 10-20 Minuten vergangen, vielleicht auch 30 oder 45 Minuten. Zeit, euch etwas zu Essen zu machen, habt ihr keine mehr und anstatt gechillt das Haus mit einem Frühstück, einer guten Mahlzeit und/oder ein paar Snacks zu verlassen, stürzt ihr Hals über Kopf aus dem Hause. Euer heutiges Schicksal: Entweder hungrig den Vormittag überstehen oder irgendwo eine (wohl möglich sub-optimale) Kleinigkeit besorgen. Minderwertiges Essen, Industrieware, gebadet in Transfetten oder einfach nur arm an Protein. Dieses Szenario – und noch einige mehr – zeugen davon, dass ihr ein ernstes Motivationsproblem habt. Muskelaufbau kann wunderbar einfach sein, wenn man es aufmerksam verfolgt oder es kann zu einer windmühlenartigen Herausforderung a la Don Quixote mutieren, wenn ihr es soweit kommen lasst. Denn wenn ihr zu faul seid eure eigenen Mahlzeiten zu kochen, einzupacken und ggf. unterwegs zu essen, dann werdet ihr als Anfänger nicht weit kommen und irgendwann – aufgrund mangelnder und sichtbarer Ergebnisse – die Flinte ins Korn werfen. Natürlich kommt es am Ende auf die Tagesbilanz an, doch ihr solltet immer im Hinterkopf behalten, dass sich die Proteinsynthese grob gesprochen alle 3 Stunden durch hochwertiges Protein stimulieren lässt – man muss also nicht zu jeder Mahlzeit Kohlenhydrate schaufeln, auch wenn diese dank ihrer Insulinausschüttung den Katabolismus in Schach halten. Wer aber effizient aufbauen möchte, der sollte die Gelegenheit am Schopfe packen und die Proteinsynthese so oft es geht stimulieren.- Wenn ihr bis dato keinen Ernährungsplan verfolgt, sich die Ergebnisse aber sehen lassen, dann gibt euch der Erfolg recht: Ihr gehört vielleicht zu den wenigen Athleten da draußen, die sich instinktiv richtig ernähren, ausreichend trainieren und ausruhen - ohne alles en detail in einem Ernährungsbuch/-programm festhalten zu müssen.
- Wenn ihr jedoch zu der Fraktion gehört, die keinen Plan hat und wo sich nichts tut, dann solltet ihr das so schnell wie möglich ändern. Mangelnde Erfolge sind ein Indiz dafür, dass etwas falsch läuft und wie sagte Einstein doch einst? „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“

Kommentare (1)
Frank
February 1, 2014 06:32Super Bericht!! Vielen Dank!!