Muskelmasse maximieren: Ein 4-Schritte Guide

02.10.2014
Im gestrigen Artikel habe ich dir 4 effiziente Methoden aufgezeigt, die allesamt das Potenzial haben neue Wachstumsimpulse für deine Muskulatur zu liefern, wenn du dich in einer Talsohle der Stagnation – einem Plateau – befindest. Warum sollten wir also den gestrigen Pfad nicht weiterverfolgen und einige Strategien diskutieren, mit denen sich der Magermasseanteil erhöhen – oder besser ausgedrückt: maximieren – lässt?
Wer effizienten Muskelaufbau betreiben möchte, der sollte zunächst verstehen und begreifen, dass es ohne ein forderndes, intensives Training nicht zu bewerkstelligen ist. Klar: Für die Menschen, die nicht trainieren und die noch nie im Leben ernsthaft versucht haben Muskulatur (im großen Stil) aufzubauen, die wissen oft auch gar nicht, wie viel Mühe und Arbeit, wie viel Planung und Entbehrung, ja sogar wie viel Disziplin hinter dem Vorhaben steckt. Doch damit Muskeln wachsen, müssen sie zunächst einmal zerstört werden – wortwörtlich.
Nüchtern gesprochen ist jede Trainingseinheit, die du im Verlauf eurer Karriere absolvierst, katabol in ihrer Natur. Selbst wenn du noch 5 Minuten vor dem Workout ordentlich gegessen und folglich mit Nährstoffen gut versorgt bist, ist das Training katabol, denn eines ist klar: Kraftsport verbraucht viel Energie und damit die Gewichte bewegt werden können, muss diese Energie auch irgendwo herkommen.
Größer, stärker, breiter
Das Schöne an diesem Sport ist allerdings, dass du – sofern du alle notwendigen Vorkehrungen und Maßnahmen in der Post-Workout-Phase ergreifst – stärker, widerstandsfähiger und muskulöser ins Studio zurückkehrst, als du es in der Einheit zuvor verlassen hast (natürlich vorausgesetzt, dass du derzeit nicht am Cutten bist). Der menschliche Körper ist in dieser Hinsicht sehr adaptionsfähig und wenn ihm die Umwelt hart erscheint, dann wird er entsprechende funktionale Masse synthetisieren, die ihm dabei hilft in dieser feindlichen Umgebung zu überleben. Logisch – für den Körper geht es dabei immer ums Überleben, denn er sieht nicht, dass du dich in einer kontrollierten Umgebung befindest, wo eigentlich keinerlei Gefahr für dich droht. Für ihn ist nur der externe Druck von Bedeutung.Das genetische Limit
Und genau hier wird es tricky, denn während viele Nicht-Trainierende denken, dass es relativ leicht wäre, den Körper dazu zu überreden ein paar Kilogramm draufzupacken, erweist es sich in der Realität mehr als schwierig – und je austrainierter du bereits bist, desto zunehmend schwieriger wird dieses Unterfangen, bis du irgendwann das Gefühl hast, dass es gar nicht mehr voran geht. Doch warum ist das so? Ganz einfach: Muskeln sind energieaufwändige Substanz und in der Natur überlebt oftmals derjenige, der nach dem feinen Prinzip der Ökonomie gebaut ist: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Wir leben zwar im High-Tech-Zeitalter, doch unser Körper funktioniert wie in der Steinzeit. Auch die „Programme“ die in uns ablaufen (z.B. die Steuerung der Hormone und des Stoffwechsels) könnte nach heutigen Maßstäben als längst veraltet bezeichnet werden – aber ein Update gibt es leider nicht…jedenfalls nicht für naturale Athleten. Eines sollte aber jedem Fitnessfreak und Kraftsportler klar sein, wenn das Ziel darin liegt die Muskelmasse zu maximieren, der kommt um die nächsten 4 Schritte nicht herum.Schritt #1: Bewege große Lasten
Muskelaufbau lässt sich im Wesentlichen durch zwei simple Worte beschreiben: Progressive Belastung. Dies heißt simpel formuliert, dass der Druck, der von außen auf den Körper wirkt, in kleinen (gar kaum merklichen) Schritten erhöht werden muss, so dass dem Körper gerade genug Zeit bleibt, um Reparatur und Superkompensation voranzutreiben, aber zu wenig, um die Füße wortwörtlich „hochzulegen.“- - Ist der Druck zu groß und die Regenerationszeit zu niedrig, reagiert der Körper mit sinkenden Kraftwerten.
- - Ist der Druck zu gering oder die Regenerationszeit zu großzügig, so wird „nicht benötigte Muskelmasse“ abgebaut.
- - Kniebeugen
- - Kreuzheben
- - Bankdrücken
- - Überkopfdrücken
Schritt #2: Trainiere qualitativ, nicht quantitativ
Es ist ein Mythos, der nicht aussterben will und dem leider auch heute noch viel zu viele Leute glauben schenken. Um zum Goliath zu werden, musst du nicht im Studio wohnen, du musst kein Trainer sein und du musst auch nicht dein ganzes Sozialleben dafür aufgeben. Das einzige, was verpflichtend ist, ist das regelmäßige Training, welches dich an deine persönliche Leistungsgrenze bringt – immer und immer wieder! Es heißt zwar immer, dass du mit 3 Trainingseinheiten pro Woche ansehnliche Erfolge verzeichnen kannst (was auch stimmt), aber realistisch sind wohl eher 4-5 Einheiten, wenn du ernsthafte Ambitionen hast. Wenn du erst einmal ein gewisse Muskelmasse und –qualität erreicht hast, lassen sich die Früchte deiner Arbeit oftmals mit weniger Aufwand halten, aber für den Aufbau darf es auch schon ein wenig mehr sein. Wenn ich aber „ein wenig mehr“ sage, dann meine ich nicht, dass du dein komplettes Training an einem Tag für 5 Stunden durchexerzierst und dann den Rest der Woche freinimmst. Ich meine damit auch nicht, dass du an 2 Tagen für 2,5 Stunden oder and 3 Tagen für 2 Stunden trainieren solltest. Qualität vor Quantität heißt, dass du die Zeit, die du im Studio verbringst, möglichst effizient nutzt – so eine Trainingseinheit dauert dann nicht länger als 40-50 Minuten. Die Woche hat 168 Stunden und wenn du alles richtig machst, dann trainierst du vielleicht 3,5- 4,5 Stunden davon am Eisen. Klingt nicht so, als ob du dafür extra ein Zelt im Studio aufschlagen müsstest oder Freunden und Familie bei jedem Event absagen müsstest, oder? Um ein Gefühl für Trainingsqualität zu bekommen, solltest du dich dir diesen Artikel einmal zu Gemüte führen: „Dein limitierender Faktor für mehr Wachstum: Intensität.“Schritt #3: Freies Training > Maschinentraining
Viele Jahre ging man davon aus, dass das Maschinentraining eine bequeme und angenehme Art sei, um muskulös und stark zu werden. Findest du in diesem Satz den Fehler? Ja genau…“bequeme und angenehme Art.“ Wenn du auf der Suche nach „Bequemlichkeit“ bist, dann kannst du genauso gut in den Bauch-Beine-Po-Kurs oder am besten gleich auf der heimischen Couch liegen bleiben. Der Mensch ist ein kluges, aber faules Lebewesen – das ist eine echt gute Kombi, wenn du dir dein Leben möglichst einfach machen möchtest. Heute kutschieren wir unseren Hintern mit Autos durch die Gegend, transportieren Güter und Rohstoffe mit Hilfe von LKWs, sparen uns die Treppen mit Hilfe des Aufzugs oder lassen Maschinen die Drecksarbeit für uns erledigen. Und warum? Weil wir faul sind. Harte Arbeit ist dem Menschen ein Gräuel und dank seines Erfindergeistes hat Homo sapiens stets Mittel und Wege gefunden, um sich vor der Arbeit zu drücken. So kannst du dir am besten auch das Maschinentraining erklären. Okay, wenn du verletzt bist und zu den Reha-Patienten gehörst, mag es eine schöne Sache sein. Wenn du älter als Methusalem bist, spröde Knochen hast und diese stärken willst, macht eine gesicherte Umgebung auch Sinn, um den Körper zu stärken (wobei es auch 70-jährige gibt, die mehr squatten als so mancher junger Hüpfer!) – aber wenn du dich in der Blüte deiner Jugend befindest oder noch nicht zum alten, gebrechlichen Eisen gehörst, dann sollten sich 80 % deines Trainingsplans an freien Gewichten abspielen. In einer kürzlich erschienen Studie untersuchte man die Effekte von Freihanteltraining Vs. Maschinentraining. 20 Probanden wurden hierzu entweder einem Trainingsprogramm zugewiesen, wo sie frei trainierten (FF-Gruppe) oder an Maschinen (FX). In Sachen Kraft konnte die FX-Gruppe einen Zuwachs von 57% erreichen, während sich die Balance um 49% verbesserte. Das ist cool, oder? Ja – es ist cool – aber nur solange, bis man sich die Verbesserungen der FF-Gruppe ansieht, denn die Probanden konnten ihre Kraft um 115% und die Balance um 245% steigern. DAS ist cool. Und wie ich weiter oben bereits sagte, stellt die Köperkraft den Schlüssel zur Höchstleistung dar, die sich wiederum in Trainingsreize transformieren lässt. Daraus folgt axiomatisch: Wer seinen Muskelmasseanteil maximieren will, der sollte sich besser mit Freihanteltraining anfreunden.Schritt #4: Iss dein Gemüse (und auch alles andere)
Wer sich auf eine Reise begeben möchte, der tankt vorher sein Auto voll und stellt sicher, dass sich genug Sprit im Tank befindet, damit er nicht unterwegs mit der Karre liegen bleibt. Und falls der Treibstoff doch mal nicht ausreicht, dann fährt man rechts an eine Tankstelle ran und tankt nach. Das ist gesunder Menschenverstand, oder? Was ich manchmal nicht begreife, ist die Tatsache, dass die meisten Menschen es schaffen beim obigen Beispiel logisch zu denken, es aber dann versäumen – wenn es um den Körper geht – selbiges Prinzip anzuwenden. Dabei sollte jedem klar sein: Damit die Maschine optimal funktioniert und nicht auf der Strecke liegen bleibt, muss sie auch ausreichend betankt werden. Die Maschine ist dein Körper. Der Treibstoff ist deine Nahrung. Und wenn du deinem Körper die Nahrung vorenthältst, dann wirst du nicht besonders weit kommen. Im Kraftsport ist es beliebt geworden nach der eierlegenden Wollmilchsau zu suchen. Schnell und unkompliziert muskulös und dabei gleichzeitig so trocken und definiert wie eine Wüste werden. Kaum jemand will sich Gedanken um eine sinnvolle Ernährung machen und Supplemente dienen als Abkürzung zum Traumbody. Nachdem du die Trainingsparameter optimiert hast, also- Schwer trainierst
- Smart trainierst
- Frei trainierst

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