Phosphatidylserin (PS): Mehr Hirnleistung, weniger Stress?

28.10.2013
Vor einigen Tagen wurde ich auf das Thema Phosphatidylserin im Hinblick auf eine schnellere Regeneration und Dämpfung des katabolen Hormons Kortisol angesprochen. Zu meiner Schande musste ich gestehen, dass mir zu der Substanz nicht besonders viel einfiel: weder hatte ich eigene Testläufe damit durchgeführt, noch konnte ich anekdotische Berichte mir bekannter Athleten in Erinnerung rufen, die bereits erste Erfahrungen mit dem fettlöslichen Aminosäurenderivat sammeln konnten. Und was bedeutet so etwas für einen neugierigen gesundheits- und leistungsorientierten Fitnessenthusiasten wie mich? Korrekt: Schlau machen! Das Destillat dieser Bemühungen gibt es nun im heutigen Artikel.
Die studierten Effekte von PS dürften für viele Gesundheitsfanatiker bereits für ein aufkommendes Interesse sorgen, insbesondere dann, wenn es um Kopfarbeit bis ins hohe Alter geht. Für Athleten und Kraftsportler dagegen dürfte die Auswirkung auf den körpereigenen Kortisolspiegel viel entscheidender sein.
Eine der Pionierstudien zeigte einen reduktiven Effekt bei der sportinduzierten Ausschüttung der Stresshormone ACTH und Kortisol, allerdings in Form eine intravenösen Injektion von 50-75 mg PS (welches aus Rindern gewonnen wurde; n=8; Training auf dem Ergometer). [10] Diese Ergebnisse konnten wenig später bei einer Dosierung von 800 mg in einer Placebo-kontrollierten Untersuchung bei 9 gesunden Männern repliziert werden. [11]
Aufgrund der gestiegenen Gefahr einer Infektion mit den Erregern der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CSD), ist man vermehrt dazu übergangen, PS aus Sojalecithin zu extrahieren. So untersuchten Wissenschaftler den Effekt einer oralen Supplementation von 750mg aus Soja gewonnenem Phosphatidylserin bei 14 aktiven Männern für einen Zeitraum von 10 Tagen. Bei einer Intensität von 85 % des VO2max erhöhte die Ergänzung den Zeitpunkt bis zur Erschöpfung in signifikantem Umfang. [9]
Die kortisol-senkenden Eigenschaften konnten jedoch bei aus Soja gewonnenem PS bei einer Dosierung von 400mg (Zeitraum: 2 Wochen) bzw. 750mg (Zeitraum 10 Tage) nicht repliziert werden. [9][12][13] Man geht davon aus, dass es einen Unterschied bei den aus Rindern bzw. auf Soja gewonnenen PS-Molekülen gibt, die zu der Diskrepanz führen.
Phosphatidylserin, welches auf Rindern gewonnen wird, scheint in der Tat eine kortisol-senkende Wirkung zu entfalten. Das PS aus Soja lässt diesen Effekt jedoch vermissen.
Phosphatidylserin: Ein Nootropic!
Interessante Substanzen, die heute rege erforscht werden, gibt es viele dort draußen – dass Phospholipid, welches auf den komplexen Nahmen Phosphatidylserin (PS) hört, zählt mit Sicherheit zu denjenigen, die für die Kraftsport- und Fitnessgemeinde (aber auch für Nootropiker) unter all den Exoten am Interessantesten sein dürfte. Die Substanz, die einen essenziellen Baustein in Nervenzellen darstellt, ist vornehmlich an den Zellmembranen aktiv und findet sich in vermehrter Anzahl im menschlichen Gehirn. Die Aufgabe von Phospholipiden besteht darin die Zellstruktur aufrecht zu erhalten und die Nährstoffversorgung der Zelle (durch ihre Durchlässigkeit) sicherzustellen. Berühmtheit erlangte PS durch zahlreiche Testreihen, in denen eine orale Supplementation in älteren Kohorten einen positiven Effekt auf die kognitive Leistungsfähigkeit zeigte. In diesem Zusammenhang ist das Phospholipid in der Lage den altersbedingten mentalen Abbau bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen (z.B. Alzheimer und Demenz) zu stoppen oder gar in Remission zu zwingen. Doch das ist bei weitem nicht alles, wie nachfolgende Untersuchungen zeigten. In jüngeren Personengruppen kann PS die Denkleistung steigern und trainingsinduzierten Stress mildern (und somit zu höherer Trainingsleistung beitragen. [1][2] Die Effekte von PS lassen sich kurz und bündig wie folgt zusammenfassen:- - Phosphatidylserin verbessert die Neurotransmittersynthese im Gehirn [3][4][5]
- - Phosphatidylserin stimuliert die Dopaminsynthese im Gehirn [6]
- - Phosphatidylserin verhindert den neuronalen Zelltod [7]
- - Phosphatidylserin verbessert die Gedächtnisleistung [8]
Phosphatidylserin: Ein Stresskiller?
Die studierten Effekte von PS dürften für viele Gesundheitsfanatiker bereits für ein aufkommendes Interesse sorgen, insbesondere dann, wenn es um Kopfarbeit bis ins hohe Alter geht. Für Athleten und Kraftsportler dagegen dürfte die Auswirkung auf den körpereigenen Kortisolspiegel viel entscheidender sein.
Eine der Pionierstudien zeigte einen reduktiven Effekt bei der sportinduzierten Ausschüttung der Stresshormone ACTH und Kortisol, allerdings in Form eine intravenösen Injektion von 50-75 mg PS (welches aus Rindern gewonnen wurde; n=8; Training auf dem Ergometer). [10] Diese Ergebnisse konnten wenig später bei einer Dosierung von 800 mg in einer Placebo-kontrollierten Untersuchung bei 9 gesunden Männern repliziert werden. [11]
Aufgrund der gestiegenen Gefahr einer Infektion mit den Erregern der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (CSD), ist man vermehrt dazu übergangen, PS aus Sojalecithin zu extrahieren. So untersuchten Wissenschaftler den Effekt einer oralen Supplementation von 750mg aus Soja gewonnenem Phosphatidylserin bei 14 aktiven Männern für einen Zeitraum von 10 Tagen. Bei einer Intensität von 85 % des VO2max erhöhte die Ergänzung den Zeitpunkt bis zur Erschöpfung in signifikantem Umfang. [9]
Die kortisol-senkenden Eigenschaften konnten jedoch bei aus Soja gewonnenem PS bei einer Dosierung von 400mg (Zeitraum: 2 Wochen) bzw. 750mg (Zeitraum 10 Tage) nicht repliziert werden. [9][12][13] Man geht davon aus, dass es einen Unterschied bei den aus Rindern bzw. auf Soja gewonnenen PS-Molekülen gibt, die zu der Diskrepanz führen.
Phosphatidylserin, welches auf Rindern gewonnen wird, scheint in der Tat eine kortisol-senkende Wirkung zu entfalten. Das PS aus Soja lässt diesen Effekt jedoch vermissen.
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