Sex & Kalorienverbrauch: Wirklich besser als „normales“ Cardio?

04.06.2014
Ich kenne genug Trainierende, die süffisant von sich behaupten, dass der Bettsport ihr Cardio sei. Und nicht wenige Grinsen dabei dümmlich und fügen ergänzend hinzu, dass sie in der Beziehung auf HIIT setzen. Lifestyle-Magazine und Onlinemedien veröffentlichen alle Monate ihre Fitnesstipps und Ratschläge – die Empfehlung für mehr Sex für eine bessere Figur liest man daher nicht selten. Und wenn schon das bloße Küssen eine nicht unerhebliche Anzahl von Kalorien verbrennen soll, [5] dürfte die Bettakrobatik doch bei weitem besser abschneiden, oder?
Zugegeben: Spaßiger und angenehmer als ein paar Runden um den Block zu laufen oder sich im örtlichen Fitnessstudio auf dem Ergometer abzustrampeln, ist die Leibesertüchtigung mit der besseren Hälfte allemal. (Und Studien haben gezeigt, dass der Duft einer betörenden Dame eine positive Wirkung auf den männlichen Testosteronspiegel hat, [6] während die Lust bei Frauen eher den Cortisolspiegel senkt. [7] Geilheit für mehr Testosteron (Mann) und weniger Stress (Frau) – daran kann doch nix verkehrt sein!)
Aber wie steht es um den Kalorienverbrauch beim direkten Zweikampf Aug` in Aug` tatsächlich? Ist Sex eine echte Alternative zu altbackenem Cardiotraining? Sollten wir Laufschuhe und Fahrräder einmotten und uns stattdessen lieber einen gemütlichen Abend mit der oder dem Liebsten verbringen?
Zwar stellten sich Frappier/Toupin/Karelis (2013) nicht exakt diese Frage, aber sie waren sich dafür nicht zu schade den unmittelbaren Kalorienverbrauch beider Modi miteinander zu vergleichen.
Bei diesem kleinen Gerät, welches am Trizeps getragen wird, handelt es sich um ein medizinisches Messinstrument (für Klinische Studien, Präventivmedizin, Kardiologie), welches seinen Weg mittlerweile auch in die Kreise von enthusiastischen Athleten gefunden hat, die gerne fleißig Daten sammeln (Mein Autorenkollege Holger Gugg und ich verfügen beide über ein solches Gadget). Der SenseWear verfügt über 2-Achsen-Akzellerometer, der in der Lage ist sämtliche Bewegungen und Körperpositionen zu messen (quasi in 3D).
Darüber hinaus verfügt das Gerät über die Fähigkeit zahlreiche Vitalparameter aufzuzeichnen, darunter Hauttemperatur, die galvanische Hautreaktion (Schwitzen/Emotionen) sowie den Wärmefluss (Wärmeabgabe des Körpers). Die vielleicht interessanteste Funktion ist aber folgende: Es misst den Kalorienverbrauch relativ genau (lt. gängigen Studien mit einer Toleranz von 5 %)
Zusätzlich zu den Messwerten des SenseWear ermittelten die Wissenschaftler um Frappier die
Gemäß den Forschern umfasste die sexuelle Aktivität einen Intensitätswert von 71 % (wobei 100 % der Referenzwert, also die Cardioeinheit, ist). Das ist aber noch nicht alles, denn wie immer, gibt es bei solchen Experimenten auch Ausreißer nach oben: So schaffte es einer der Studienprobanden beim Sex einen Verbrauch von sage und schreibe 306 Kilokalorien (Junge! Lass das Cardio sein und bleib beim Sex!) Interessanterweise lagen die Schätzungen zum Kalorienverbrauch, die die Probanden durchführten, relativ nah am realen Wert. (wie man der Grafik entnehmen kann)
Die Cardio Vs. Sex Studie
Der Sinn und Zweck der Untersuchung bestand darin, den Energieverbrauch (in Kilokalorien) während der sexuellen Aktivität junger Paare „in einer natürlichen Umgebung“ gegenüber dem Energieverbrauch während einer typischen Cardio-Einheit zu messen und gegenüberzustellen. [1]Das Studien-Setup
Hierzu rekrutierten die Forscher 21 heterosexuelle Paare (Durchschnittsalter: 22,6 Jahre) und verpassten ihnen jeweils das Life-Style & Monitoring Armband, welches unter dem Namen SenseWear vertrieben wird.Der SenseWear: Was ist das?
Bei diesem kleinen Gerät, welches am Trizeps getragen wird, handelt es sich um ein medizinisches Messinstrument (für Klinische Studien, Präventivmedizin, Kardiologie), welches seinen Weg mittlerweile auch in die Kreise von enthusiastischen Athleten gefunden hat, die gerne fleißig Daten sammeln (Mein Autorenkollege Holger Gugg und ich verfügen beide über ein solches Gadget). Der SenseWear verfügt über 2-Achsen-Akzellerometer, der in der Lage ist sämtliche Bewegungen und Körperpositionen zu messen (quasi in 3D).
Darüber hinaus verfügt das Gerät über die Fähigkeit zahlreiche Vitalparameter aufzuzeichnen, darunter Hauttemperatur, die galvanische Hautreaktion (Schwitzen/Emotionen) sowie den Wärmefluss (Wärmeabgabe des Körpers). Die vielleicht interessanteste Funktion ist aber folgende: Es misst den Kalorienverbrauch relativ genau (lt. gängigen Studien mit einer Toleranz von 5 %)
Zusätzlich zu den Messwerten des SenseWear ermittelten die Wissenschaftler um Frappier die
- - Wahrgenommenen Kalorienverbrauch
- - Wahrgenommene Anstrengung
- - Erschöpfung
- - Lust (Pleasure)
Die Studienergebnisse
Der durchschnittliche Verbrauch während der sexuellen Aktivität lag bei 101 Kilokalorien (4,2 kcal/min) bei Männern und nur bei 69,1 Kilokalorien (3,1 kcal/min) bei Frauen. Die gemessene mittlere Intensität (in Form von METS aka Metabolische Einheiten) lag bei 6.0 (Männer) respektive 5.6 (Frauen) – was nichts anderes bedeutet, als dass die Männer „härter“ beim Sex „gearbeitet“ haben. Ähh, ja. Berücksichtigt muss natürlich auch der Zeithorizont: Der Geschlechtsakt der Paare lag zwischen 10-57 Minuten (hohe Varianz), wobei der Sex im Schnitt 24,7 Minuten dauerte. Demgegenüber steht die alternative Aktivität – das gute alte steady-state Cardiotraining. Hierbei verbrauchten die Männer rund 276 Kilokalorien (9,2 kcal/min) bei 8.5 METS, während die Frauen mit 213 Kilokalorien (7.1 kcal/min) bei 8.4 METS gehörig aufgeholt haben, was den relativen Kalorienverbrauch betrifft.
Gemäß den Forschern umfasste die sexuelle Aktivität einen Intensitätswert von 71 % (wobei 100 % der Referenzwert, also die Cardioeinheit, ist). Das ist aber noch nicht alles, denn wie immer, gibt es bei solchen Experimenten auch Ausreißer nach oben: So schaffte es einer der Studienprobanden beim Sex einen Verbrauch von sage und schreibe 306 Kilokalorien (Junge! Lass das Cardio sein und bleib beim Sex!) Interessanterweise lagen die Schätzungen zum Kalorienverbrauch, die die Probanden durchführten, relativ nah am realen Wert. (wie man der Grafik entnehmen kann)

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