Nüchternes Cardio am Morgen: Kein überlegener Fettkiller

28.08.2013
Wir sind wieder den Mythen auf der Spur! Der heutige Themenkomplex widmet sich einem von mir vielfach geliebtem Thema, nämlich dem Cardiotraining. Doch weil ein einfacher Artikel über schnödes Cardio langweilig anmutet, werden wir das ganze noch mit einem Twist, dem Training im Fastenzustand, garnieren.
Man quält sich also morgens diszipliniert aus dem warmen und kuscheligen Bettchen, weil man – anders als so manch eine Person mit zweifelhaften Vorsätzen – ein Exempel statuieren will: „Diesmal wird der Trainingsplan richtig durchgezogen! Mit Cardio und allem Pipapo!“ Schwupps, hat man seinen morgendlichen Kaffee intus und findet sich nur wenige Augenblicke beim Schnüren der Laufschuhe wieder. Fasten-Cardio am Morgen – na, wenn das keine eindeutige Kriegsansage gegen die unliebsamen Speckrollen an Bauch und Hüfte sind, dann weiß ich auch nicht...oder?
Das Thema Cardiotraining auf nüchternen Magen wurde schon unzählige Male durchgekaut, das Für und Wider in zahlreichen Artikeln exemplarisch gegenüber gestellt oder auch schon mal polemisch in Foren diskutiert. Der Mythos, man würde ohne Probleme „ripped“ und definiert durch morgendliche Waldläufe werden, wenn man das Frühstück in die sogenannte Post-Workout-Phase nach hinten verschiebt, hält sich wie alter Kaugummi unter der Schuhsohle. Damit ist heute (hoffentlich) Schluss.
Cardio auf nüchternen Magen: Mythos und Idee
Spätestens mit Bill Phillips Fitness-Buch „Fit for Life,“ welches irgendwann gegen Ende unseres schönen Milleniums erschienen ist, schleppen sich figurbetonte Athleten und Sportler noch halb verschlafen in den Wald oder auf die vielfach bevorzugten Laufbänder der umliegenden Stadt-Gyms. Die Theorie scheint indes auch einleuchtend und schlüssig zu sein: Nach einer mehr oder weniger langen Nacht befindet sich der menschliche Körper in einer Art katabolem Zustand. Das Abendessen des Vortages ist mittlerweile restlos verdaut und die Biomaschine, die wir unseren Bald-Astralbody nennen, hat mittlerweile auf die Notstromaggregate, das Glykogen in Leber und Muskulatur, umgeschaltet, um seine Energienöte zu decken. Mit dem Herabsinken des Blutzuckerspiegels beginnt der Energieträger Fett (welches sich wie so oft an den unliebsamen Stellen des Körpers, also Bauch und Hüfte befindet), die Bühne der Energiebedarfsdeckung zu dominieren. „Klar,“ sagt sich der Laie, „mit niedrigem Blutzuckerspiegel und angekratzen Glykogenspeichern wird mein Körper verstärkt auf Fette zurückgreifen, um das Workout anzufeuern.“ Kluger Schachzug, mh? Es stimmt: Befindet sich der Insulinspiegel am Boden, springt die katabolen Hormonbrüder ein und sorgen u.a. für einen verstärkten Fettabbau aus den Depotspeichern – doch das ist noch nicht die ganze Geschichte. Leider funktioniert Mutter Naturs Wundermaschine nicht derart simpel, wie einige Fitness- und Ernährungs-Gurus es gerne darstellen möchten. Die ungeschönte Wahrheit gibt es hier:Cardio auf nüchternen Magen: Der Stoffwechsel bei hoher Trainingsintensität
Entgegen populärer Annahmen deckt unser Körper seinen akuten Energieberdarf nicht nur über ein Substrat, sondern über mehrere Energieträger: Kohlenhydrate (Glykogen), Fette (Triglyceride - "Fettreserven") und – ja – auch Protein (Körperprotein). [4][5] Der Energie-Mix, der als Treibstoff für aerobische Arbeit (z.B. lockeres laufen/joggen) verwendet wird, ist u.a. von folgenden Variablen abhängig (siehe [1]):- - dem aktuellen Ernährungszustand (z.B. Füllstand der Glykogenreserven). [4]
- - die Art des Trainings (aerob Vs. anaerob) & der Fitnesslevel des Trainierenden.
- - der Intensität des Workouts (je intensiver das Training (Energieverbrauch), desto höher der Anteil an Kohlenhydrate, der zur Deckung des Trainings herangezogen wird).
- - die Dauer des Workouts (je länger das Training, je niedriger der Füllstand der Glykogenreserven, desto höher wird die anteilsmäßige Oxidation von Fetten und Proteinen).

Kommentare (3)
HB
August 28, 2013 12:53HIIT gefolgt von Low Impact Cardio würde das Problem beheben oder?
Wes
December 26, 2013 14:37Ich glaube 2 Stunden ohne Essen zu trainieren macht man viel mehr kaputt, als das es einem hilft... Da macht es doch viel mehr Sinn, sich einen "normalen" Ernährungs- und Trainingsplan zusammenzustellen. Und dazu ein 30-40 Minuten HIT oder Krafttraining. 2-3 mal die Woche.
Michael
December 26, 2013 14:44Der Bericht heißt. Kann Nüchterntraining beim abnehmen helfen? Er wurde auf Facebook gepostet. Also ich bin nicht dick oder so ;) wiede 86 kilo bei 185 cm möchte nur mein Körperfett anteil reduzieren.