Ist Powerlifting Training schädlich für Ästhetik-Sportler?

Ist Powerlifting Training schädlich für Ästhetik-Sportler?
Powerlifting und Bodybuilding. Zwei Sportarten die letztlich vollkommen unterschiedliche Ziele besitzen, jedoch die gleichen Tools benutzen, um diese zu erreichen. Denn beim Powerlifting handelt es sich um einen echten Leistungssport, wohingegen es beim Bodybuilding mehr einem „Schönheitswettbewerb“ ähnelt. Überspitzt ausgedrückt. Doch beim Powerlifting kommt es auf die absolute Leistungsfähigkeit an Tag X an, wohingegen beim Bodybuilding – was hier entsprechend für den Ästhetik-Sport stellvertretend verwendet werden soll – die Leistungssteigerung eher als Mittel zum eigentlich Zweck angesehen wird. Nämlich um neue Reize für den Muskelaufbau zu setzen, um am Ende ein entsprechendes Aussehen zu erreichen. Und obwohl die beiden Sportarten eben jene unterschiedlichen Zielsetzungen haben, hat sich in den vergangenen Jahren eine Art Symbiose entwickelt. Die meisten Bodybuilder trainieren zumindest zeitweise sehr Powerlifting orientiert und Powerlifter haben nicht selten eher typische Bodybuilding Übungen in ihr Repertoire aufgenommen. Für den Bodybuilder hat das Vor- und Nachteile.

Overloading für Muskelaufbau

Progression ist alles! Wer nach und nach im Bereich der Maximalkraft stärker wird, der wird auch Muskeln aufbauen. So einfach ist das. Daran lässt sich nichts ändern. Und beim Powerlifting geht es genau darum. Es geht um Progression. Und wer sich die gängigen Powerlifting Programme einmal genauer anschaut, der wird auch genau dies beobachten. Im Gegensatz zu vielen „Pumper-Programmen“ geht es primär darum, Fortschritte zu erzielen, indem mehr Gewicht auf die Hantel gepackt wird. Das ist insofern gut, als dass der Bodybuilder Muskeln aufbaut, stärker wird und zur Progression gezwungen wird. Es wird nichts dem Zufall überlassen und rein nach Gefühl und Tagesform trainiert, sondern manchmal ist es eben auch von Belang, sich zu weiteren Fortschritten zu zwingen!

Die Wiederauferstehung des Beintrainings

Beintraining ist von vielen verhasst und von noch mehr vernachlässigt. Bei einem typischen Powerlifting Programm ist dies nicht möglich. Denn die Kniebeuge ist ein fundamentaler Teil des Powerliftings und auch das Kreuzheben trainiert den Unterkörper extrem stark mit. Und genau diese Übungen sind mittlerweile wieder „zur Mode“ geworden. Es gehört fast schon zum guten Ton, diese Übungen auszuführen und auch gerne mal richtig schwer zu trainieren. Das führt insgesamt dazu, dass sehr viel mehr Sportler plötzlich wieder mit Begeisterung die Beine trainieren und die Optik der Beine wieder zunehmend an Stellenwert zunehmen.

Die reine Fokussierung auf Langhantel-Grundübungen

Grundübungen mit der Langhantel sind natürlich das A und O für den Powerlifter. Denn in genau diesen Übungen wird er getestet. Doch sich rein auf diese Grundübungen zu verlassen ist für den klassischen Bodybuilder und Ästhetiker nicht die beste Idee. Denn für einen Bodybuilder sind auch Isolationsübungen notwendig und funktionell. Schließlich geht es in erster Linie um das Aussehen des Sportlers. Eine ausgewogene Linie und Symmetrie sind essentiell für diesen Sport. Beim Powerlifting hingegen spielen diese Aspekte überhaupt keine Rolle. Demnach sollte sich der Ästhetiker hier nicht all zu sehr – oder zumindest nicht nur – am Powerlifter orientieren.

Muskeln brauchen Volumen

Die treibende Kraft beim Muskelaufbau ist das Volumen und der sich akkumulierende Workload. Durch die fast ausschließlich schweren Wiederholungen beim Powerlifting ist aber ein hohes Volumen zu erreichen fast unmöglich. Und wenn man genau dies versucht, steigt die Verletzungsgefahr überproportional stark an, was für den Bodybuilder als eher negativ zu bewerten ist.

Fazit

Für Bodybuilder und Ästhetiker ist es wichtig und sinnvoll in regelmäßigen Abständen schwer zu trainieren mit powerlifting-orientiertem Training, dennoch sollte durch all die Euphorie das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verloren werden! Und hierzu bedarf es nun mal ein spezielles Training, welches durch reines Powerlifting-Training nicht zu 100% abgedeckt werden kann.
Tags: Squat Deadlift

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